Die Lieder zu: Krokodil (2)

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Es hatt’ ein Jüngling (Wachsfigur)

Es hatt’ ein Jüngling, allzu sehr Gefühlvoll von Natur Sich im Panoptikum verliebt In eine Wachsfigur Sie war so rosig, zart und fein Dem Jüngling ward ganz dumm Unwiderstehlich zog’s ihn hin Nach dem Panoptikum Nur stets in ihrer Näh zu sein Macht ihn beglückt und froh Drum trat er als Bedienter ein In dem Panoptiko Spät pflegt er aus

Liebeskummer | Scherzlieder | 1893


Es war ein Ritter namens Zacharias

Es war ein Ritter namens Zacharias der im Jahre fünfzehnhundertneun In einem Turm auf hohen schroffen Felsen Mit Eulalia schmachtete allein Beide waren reine Engelskinder Schöner man sich’s niemals denken kann s Herz von ihr war batzweich wie eine Butter Und das seine hart als wie ein Stan Infam! Sie lebten beide glücklich und zufrieden eines tat dem andern nichts zu

Moritaten | Raub-Mord-Totschlag | 1880


Es war einmal ein Junge kleen

Es war einmal ein Junge kleen Junge kleen, Junge kleen Der wollte nicht zur Schule gehn Schule gehn Drum hieß er schon als Konfirmand Der schauderöse Ferdinand Junge kleen, Schule gehn, Konfirmand, Ferdinand Der liebte eine, die war schlau die war schlau, die war schlau, Gebor’n war sie in Züllichau, Züllichau Sie knutschten sich die ganze Nacht Um Mitternacht in der

Moritaten | 1900


Es war einmal ein wunderschöner Plunzen

Es war einmal ein wunderschöner Plunzen Der hing in einem Metzgerladen drin, Und dicht dabei, da hing ein Leberwürstchen Das kam dem Plunzen gar nicht aus dem Sinn Das Leberwürstchen war gar fein und zierlich Es hatte eine weiße zarte Haut. Jedoch der Plunzen, der war imponierlich Er war im ganzen gar nicht schlecht gebaut Er hätte ihr die Liebe

Liebeslieder | Moritaten | Schuster | 1910


Fritz erwartete mit Frostgewinsel (Mit dem kalten Schlittschuh)

Fritz erwartete mit Frostgewinsel Seine Elsa auf der Rousseauinsel — Trappelt auf und nieder an dem Strand — Mit dem kalten Schlittschuh in der Hand Doch die Elsa, sie war ein schlechtes Weibsen Sie tat indes mit einem andern kneipsen Während Fritz am andern Ufer stand — mit dem kalten Schlittschuh in der Hand Und er sprach: Was soll mir

Liebeskummer | Winterlieder | 1920


Furchtbar reift des Bösen Saat (Attentat Zar Alexander)

Furchtbar reift des Bösen Saat Himmel, welch ein Attentat Salomon, der Weise, spricht Nihilisten traue nicht Wenn doch alle Nihilisten Auf der Stell krepieren müßten Die den Kaiser von den Russen haben in den Bauch geschussen In den dumpfen Bergeshöhlen Sammeln sich die schwarzen Seelen Um ein helles Feuer und Schließen einen Teufelsbund Dann aus einer schwarzen Dose ziehen sie

Moritaten | Politische Lieder | 1881


Herr Schultz ein Mann aus Spree-Athen

Herr Schultz´, ein Mann aus Spree-Athen Wollt jüngst sich auch die Welt ansehn Auf! ruft er. Auf nach Kamerun, Dort will ich unter Palmen ruhn! Der Schwiegermutter paßt es nicht Sie machte ein sehr schief Gesicht jedoch Frau Schultze sprach: Nanu Wir haben ja det Jeld dazu So kamen Schultzes denn per Bahn Zu Hamburg in der Frühe an Der

Moritaten | 1900


Hört ihr Leute diese Kunde (Mordlust in Chemnitz)

Hört ihr Leute diese Kunde Die in Chemnitz ist passiert: Ein Soldat in später Stunde Zur Kaserne heimmarschiert. Als er in des Waldesdüster Ohne Furcht des Weges ging Hört er erst ein leis Geflüster Dann ein Hilferuf erklingt! Ohne Furcht und sonder Zagen Ging er runter von dem Pfad Dorthin, wo ein Unhold wagen Wollte eine Mördertat Eine Jungfrau reich

Moritaten | 1900


In Bayreuth ward er geboren

In Bayreuth ward er geboren wo sein Vater war der Schloßkast´llan doch den er sich zum Morden auserkoren war ein reicher Privatmann Seine Mutter, eine geborne Lerche hat das ganze Unglück angericht´t denn sie hielt ihn nicht zur Schule, nicht zur Kerche soff gar sehr und starb dann an der Gicht In Leipzig bei einem Schustermeister lernte er das grasse

Moritaten | Raub-Mord-Totschlag | Schuster | 1855


In Berlin der preuß´schen Residenze (Kutscher Neumann)

In Berlin, der preuß´schen Residenze wo es sehr viel schlechte Menschen gibt ward aus demokratischer Tendenze neulich eine grause Tat verübt Dieser Mann war Kutscher und hieß Neumann dieser Name sagt genug wohl schon außerdem bezog noch dieser Neumann eine königliche Pension Seine Gattin, ´ne geborne Lerche war ein braves, gutes Biederweib ging des Tages zweimal in die Kerche teils

Moritaten | Politische Lieder | 1921


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