Mein Hut der hat drei Ecken

Kinderlieder | Liebeslieder | Scherzlieder | | 1816

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Die Noten zu "Mein Hut der hat drei Ecken":



Mein Hut der hat drei Ecken,
drei Ecken hat mein Hut.
Und hätt´ er nicht drei Ecken,
so wär er nicht mein Hut!

Text: Verfasser unbekannt. Der Text geht vermutlich zurück auf das hebräische Kinderlied „La kova sheli Shalosh Pinot“ (“Mein Hut der hat drei Ecken”), das  – auf eine andere Melodie – traditionell beim jüdischen Purimfest gesungen wird.  In deutscher Sprache ist das Lied erstmals 1886  im Saarland belegt, allerdings auf eine andere Melodie: “Wer lieben will, muss leiden.” (Volkslieder von Mosel und Saar, 1896), auch in Deutscher Liederhort. Volkslieder und Volksreime aus Westpreussen und bei Lewalter, Deutsche Volkslieder, Heft 5. Ebenso Marriage 242 , Treichel 107.

Eine Variante des Textes wird 1920 in der Pfalz aufgezeichnet: Mein Hut, der hat drei Ecke / Drei Ecke hat mein Hut / Napoleon soll verrecke / Mit seiner blech’ne Schnut. Auf die Melodie von “Wer lieben will, muss leiden  gibt es auch noch einen anderen Text, der findet sich ebenfalls bei Lewalter , Kassel 1911:

Mein Schatz, der heißt Karline / (in Sachsen auch : Pauline)
und dem bin ich so gut
und wenn ich was verdiene
so kauf ich ihr´nen Hut

Ab wann genau “Mein Hut der hat drei Ecken” auf die heute bekannte Melodie gesungen wird, ist nicht feststellbar. “Wer lieben will muß leiden” ist der heutigen Melodie aber sehr ähnlich. Auf jeden Fall ist sie ein bemerkenswertes Beispiel für eine “Wandernde Melodie”: Bereits 1707 soll die Melodie der venezianischen Canzonetta: “O cara mamma mia” in dem Singspiel Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig von Reinhard Keiser verwendet worden sein, Kinder sollen immer wieder neue Strophen gedichtet haben. Paganini hat die Melodie vermutlich in Venedig gehört, ab 1816 wurde sie durch seine, “20 Variationen für Violine” in Deutschland und darüber hinaus bekannt.

Victor Masse´ verwendet sie 1856 in seiner Oper „La Reine Topaz“ zu den Worten „Venise est tout en fetes, Car voici le carneval“, im folgenden Jahr erscheint A. Thomas Oper „Le Carnaval de Venise“, wo die Weise in der Ouvertüre variiert wird. Auch in England ist sie bekannt, man legt ihr da ein Lied von Th. Moore unter:

„O come to me, I´ll row thee
o´er across yon peaceful sea“.

Siehe die Anmerkungen von Dr. Georg Schläger in „Deutsches Kinderlied und Kinderspiel“, Kassel 1911.

Auf die Melodie von “O cara Mamma mia” wurde auch der weit verbreitete Gassenhauer „Ich lieg im Bett und schwitze“ gesungen (Schumann 320) , der seinerseits mit dem Liede „Ich bin ein jung frisch Weibchen“ (Ditfurth II 200, Hruschka S. 222 Nr. 217, Treichel 27) zusammenhängt. Ebenso “Ein Hund kam in die Küche“. Varianten der Melodie gibt es auch auf Schwedisch, Dänisch, Englisch, Niederländisch, Spanisch, Portugiesisch.

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