Liederlexikon: Treichel

| 1970

Der Rittergutsbesitzer Alexander Treichel (1837–1901) hatte sich bereits während seines Jurastudiums in Berlin ausgiebig mit Naturwissenschaften, Zoologie, Vor- und Frühgeschichte sowie Volkskunde beschäftigt. Er war ein aktives Mitglied vieler wissenschaftlicher Vereine, insbesondere der von Rudolf Virchow geleiteten Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Nach seiner Rückkehr nach Westpreußen und der Übernahme des Gutes Hochpaleschken widmete er sich völlig seinen Neigungen und entfaltete eine überaus fruchtbare Forschungs- und Publikationstätigkeit auf den Gebieten der Botanik, Archäologie und Ethnologie. Er befasste sich mit Volksbotanik, lokalen Sagen, Volksglauben und Brauchtum, sammelte Lieder und Schwänke, interessierte sich für bäuerlichen Hausbau und religiöse Volkskunde. So konnte Alexander Treichel die volkstümliche Kultur einer ganzen Region beispielhaft dokumentieren. (Quelle)


Von Alexander Treichel sind erschienen:



  1. Volkslieder und Volksreime aus Westpreußen (Danzig 1895)


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Treichel im Archiv:

Als Gretchen einst zu Markte ging (Listige Schäferin)

Als Gretchen einst zu Markte ging Begegnete das gute Ding Dem gnäd’gen Junker, welcher eben Zur Jagd sich in das Feld begeben Der Junker, der sie artig fand Drückt zärtlich ihr die schöne Hand, Und streichelt ihr die vollen Wangen Und spricht von Liebe und Verlangen Was soll sie tun? Sie war allein Was nützt es ihr, um Hilfe schrein?

Halle ist ein schönes Städtchen (1786)

Halle ist ein schönes Städtchen so gar nah am Wasser liegt darin findt man schöne Mädchen daran man sich recht vergnügt Weiße Engel, schwarze Raben wie sie einer nur will haben findt man hier zum Überfluß dass man sich recht wundern muß Wer sich kann insinuieren kommt bei ihnen täglich fort und kann sie nur karessieren heben sie allezeit empor

Morgen muß ich scheiden prächtiges Berlin (Soldatenversion)

Von dir muß ich scheiden, prächtiges Berlin Alle meine Freuden schwinden nun dahin wollte, daß die andern aus dem Tore wandern Lebe wohl, du schöner Ort, morgen muß ich fort Unter deinen Linden, wenn der Frühling lacht tun sich abends finden, die den Tag vollbracht Seelenruh und Stärke nach des Tages Werke an des Liebchens Brust ruht sich´s voller Lust Kommt

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