Liederlexikon: Mein Hut der hat drei Ecken

| 1900

mp3 anhören CD buch

“Mein Hut der hat drei Ecken” geht vermutlich zurück auf das hebräische Kinderlied „La kova sheli Shalosh“(“Mein Hut der hat drei Ecken”), das  traditionell beim jüdischen Purimfest gesungen wird.  In deutscher Sprache ist der Text erstmals 1886  im Saarland belegt, allerdings weder auf die Melodie des jüdischen Kinderliedes noch auf die heute bekannte Melodie, sonder auf: “Wer lieben will, muss leiden.”

Beispiele dafür finden sich in Deutscher Liederhort, Volkslieder und Volksreime aus Westpreussen und bei Lewalter, Deutsche Volkslieder, Heft 5. Ebenso Marriage 242 , Treichel 107. Eine Variante des Textes wird als Spottlied 1920 in der Pfalz aufgzeichnet.

Ab wann genau “Mein Hut der hat drei Ecken” auf die heute bekannte Melodie gesungen wird, ist nicht feststellbar. Auf jeden Fall ist sie ein bemerkenswertes Beispiel für eine “Wandernde Melodie”: Bereits 1707 soll die Melodie der venezianischen Canzonetta: “O cara mamma mia” in dem Singspiel Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig von Reinhard Keiser verwendet worden sein, Kinder sollen immer wieder neue Strophen gedichtet haben.




"Mein Hut der hat drei Ecken" im Archiv:

O cara mamma mia

“O cara mamma mia” ist ein Lied aus Neapel, vermutlich bereits 1707 in dem Singspiel “Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig” auftaucht. Es soll so populär gewesen sein, dass Kinder “auf der Straße immer wieder neue Texte dazu erfanden”.  Paganini spielte in seinen Konzerten Variationen über diese Melodie und zwar unter dem Titel “Carnevale di Venezia”. Es folgten Kompositionen

Ich bin ein junges Weibchen (Selleriesalat)

Ich bin ein junges Weibchen habe einen alten Mann / schön zart bin ich von Leibchen das sieht man mir wohl an Schneeweiß sind meine Brüste mein Mund ist rosenrot und wenn das mancher wüsste der küsste mich zu Tod Was hilft das Karessieren wenn man nicht lieben kann meine Zeit muß ich verlieren bei einen alten Mann Ich lieg im

Lied vom Selleriesalat

Text: Verfasser unbekannt – zusammengestellt aus den verschiedenen seit Mitte des 18. Jahrhunderts kursierenden Fassungen Vermutlich ist das “Lied vom Selleriesalat”  kein „Frauenlied“, sondern das Lied eines jungen Mannes ohne Hab und Gut, der gegenüber einem älteren Mann mit Reichtümern andere Vorzüge zur Geltung bringen wollte. Darauf verweist auch, daß “ die Liedersammlung Nützel “ II Nr. 366 zwei Männer

Mehr zu "Mein Hut der hat drei Ecken"