Bremer Stadtmusikanten

Kontext

An der Gränz vo Sachsn (De Draakschänk)

An der Gränz vo Sachsn,wu de Schwarzbeer wachsn,…………………………………….wus nem nach Hansjörnstadt gieht;dorte stieht a Wirtshaus,guckt dorch Busch ond Bahm raus,obn hängt a Taft dra,da zeigta jedem a: Dus ist de Draakschänk,ist wat und brat bekannt,weit drim im Sachsnwie im Böhmerland,ond gieht man do vorbei,so ziehts an jeden nei,war in dr Draakschänk ruht,da ruht r gut […]

Weberlieder | 2004


Arbeiterinnen

Von der gleichen Mühe stets umgeben gehen die Tage grau an mir vorbei Nennt´s wie ihr wollt, nur nennt´s nicht Leben dieses stumpfige, öde Einerlei Schon in meine frühen Mädchenträume kreischte Rädersurren, schrill und laut Wände staub- und lärmerfüllter Räume haben meinem Welken zugeschaut Die Maschine hier, davor ich stehe war ich lange vor dem […]

Arbeiterlieder | Weberlieder | 1929


Artilleristen-Salamander

Kommando Achtung! Es steigt ein Artilleristen-Salamander auf (Die Kameraden präparieren halbgefüllte Gläser)  Kommando: An die Geschütze! Die Gläser werden in kleinen Kreisen auf dem Tusch herumgetrieben) bis zum Kommando: Umgehangen!“  (Auf dieses Kommando wird mit dem Reiben aufgehört und die Gläser  aufgehoben,  etwas bis zu starker Fausthöhe, um ein gleichmäßiges Niederschlagen zu ermöglichen) Kommando: „Geladen!“(Gleichzeitiges kräftiges […]

Brauchtum | 2008


Ausdeutungen des Webstuhlgeräusches

Heut an Pfenk (Pfennig)Murn an Pfenk. Hol´s Brot rein, mich hungert Mag´s warn, wie´s will Ich muß noch verhungern Gottesacker, Gottesacker Wenn’ch nur bald vaspern könnt! Wenn’ch nur emal trinken möchte! Die Kuhe, die gibt nischt. Leier, leier, DudelsackMorne ham mer FeiertagNeugersdorf, Spruch der Kinder, die von früh bis abends mitarbeiten müssen Wenn kee Sonntag […]

Weberlieder | 2004


Das Weberschifflein

Husch ist es hier – husch ist es dortkaum greift´s das Auge, schon ist es fortEin Mäuslein eilt so, mit zitterndem Laufschon ist es verschwunden, ein Loch nahm es aufDas Glück oft huscht so mit flüchtiger Hastverschwindet im Locheeh`du es erfaßt Text: Georg Rick in: “ Textilarbeiterzeitung „, 14.3.1928

Weberlieder | 2004


Der alte Gewerkschafter Xaver – Anekdote

Der alte Gewerkschafter Xaver zu seinem unorganisierten Nebenarbeiter Fritz. „Du Fritz, willst du nicht auch in den Verband eintreten? Du hast doch in der Zeitung gelesen, wie es in unserer Textilindustrie jetzt Kämpfe absetzt. Es wird immer Ärger. Mach doch auch mit!“ „Das ist schon recht,“ sagt der Fritz darauf,“ aber am letzten Zahltag habe […]

Weberlieder | 2004


Der Invalid (1920)

Auf den Stock gestützt, den Rücken gebeugtMühsamen Schrittes er vorwärts keuchtVerzweifelt denkt er an den Rest seiner Tagedenn schier unerträglich ist seine LageLeere Versprechen und nacktes Erbarmenbringen nicht rettende Hilfe dem Armenwo winkt ein Lebensabend ihm heiterwenn Mangel und Sorge sind seine Begleiter Steigende Teuerung auf Kohlen und Brotverschärft ihm fast stündlich noch seine NotBleibt […]

Weberlieder | 2004


Der kommende Tag 1920

Ob wir auch tief im Elend gehenwir sind´s doch, die das Feld besäenWir sind´s doch, deren Muskelkraftdie goldene Last zu Graben rafftund übervolle Scheuern schafftUnd blüht uns auch kein Glück, kein Sternund wird uns auch vom Tisch der Herrnfür unsere Mühen, unsere Fronnur karger Dank, nur karger LohnGemach, Gemach: Es kommt ein Tagda wird die […]

Weberlieder | 2004


Der Neger und die Negerin (Baumwolle)

Der Neger und die Negerinstecken schwitzend in der Plantage drinDer Grundherr sitzt bei Wein und Schmauser sucht sich die fettesten Brocken aus Das war von Texas ein kleines Bildund nun die See – wie braust sie wild.Die Wolle fährt nach Ost im Schiff:der Sturm, der Nebel, das böse Riff. Der Markt zu Bremen. Und die […]

Weberlieder | 2004


Der Syndikus

Gegen früher, welche Wandlung !Früher bei der Lohnverhandlungwaren es Prolet und Krauter,die, mal leise, manchmal lautermanchmal grob, manchmal in zartenFlüstertönen offenbartenihre unverblümte Meinung¸,schließlich kam es dann zur EinungAuch zum Streiken, je nachdemes dem Gegner unbequem.- Heute – welch ein Hochgenuß! –schmeißt den Kram der Syndikusauf der Unternehmerseitemancher sagt, dies sei ´ne Pleiteallen Unternehmergeistes;denn der Syndikus […]

Weberlieder | 2004


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