O Täler weit o Höhen

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O Täler weit o Höhen

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O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt´ger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft´ge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt.

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit

Im Walde steht geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Vom rechten Tun und Lieben
Und was der Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte schlicht und wahr.
Und durch mein ganzes Wesen
Ward´s unaussprechlich klar

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt

Text:  Joseph Freiherr von Eichendorff  (1810)
Melodie: Felix Mendelssohn-Bartholdy  (1843)

Anmerkungen zu "O Täler weit o Höhen"

Gedicht von Jos Freiherrn von Eichendorff, 1810. Zuerst gedruckt in Ahnung und Gegenwart (1815, S. 169), dann in „Aus dem Leben eines Taugenichts! und „Das Marmorbild“ – (Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen von Jofef von Eichendorff (Berlin, 1826 S. 230) Der Komponist hat folgende Strophe vor der 2 ausgelassen:

Wenn es beginnt zu tagen
Da mag es vergeben verwehen
Die Erde dampft und blinkt
Das trübe Erdenleid
Die Vögel lustig schlagen
Da sollst du auferstehen
Daß dir dein Herz erklingt
In junger Herrlichkeit

Das erhebende Lied, darin Mendelssohn und Eichendorff sich umarmen, singt von dem süßen herrlichen Waldfrieden und dem Frieden im Herzen. Wo es im Freien bei Waldpartien angestimmt wird, und das ist seit 50 Jahren gar oft geschehen, läßt es in allen Hörern und Sängern das Schönste, den Gedanken des Friedens in Gott und mit den Menschen, auf lange Zeit widerhallen. Es war das Lieblingslied des unvergesslichen Sachsenkönigs Johann. (Böhme, in Volkstümliche Lieder der Deutschen, 1895)

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