So viel Stern am Himmel stehen

Liebeslieder | | 1808

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Die Noten zu "So viel Stern am Himmel stehen":



So viel Stern am Himmel stehen
an dem güldnen blauen Zelt;
so viel Schäflein, als da gehen
in dem grünen, grünen Feld;
so viel Vöglein, als da fliegen
als da hin und wieder fliegen:
so viel mal sei du gegrüsst!

Soll ich dich denn nimmer sehen
nun ich ewig ferne muss?
Ach, das kann ich nicht verstehen
o du bittrer Scheidensschluss!
Wär ich lieber schon gestorben
eh’ ich mir ein Lieb erworben,
wär’ ich jetz nicht so betrübt

Weiss nicht, ob auf dieser Erden
die des herben Jammers voll,
nach viel Trübsal und Beschwerden
ich dich wiedersehen soll;
was für Wellen, was für Flammen
schlagen über mir zusammen,
ach, wie gross ist meine Not!

Mit Geduld will ich es tragen
denk’ ich immer nur zu dir;
alle Morgen will ich sagen:
O mein Lieb, wann kömmst zu mir?
Alle Abend will ich sprechen
wenn mir meine Äuglein brechen:
O mein Lieb, gedenk an mich!

Ja, ich will dich nicht vergessen
enden nie die Liebe mein,
wenn ich sollte unterdessen
auf dem Todbett schlafen ein
auf dem Kirchhof will ich liegen
wie das Kindlein in der Wiegen,
das die Lieb tut wiegen ein

Text : aus des Knaben Wunderhorn (1808) –
Musik: Die Melodie ist vielfach durch ganz Deutschland mündlich überliefert – In leichter Abwandlung der ersten Zeilen dieses Liedes schrieb der Prediger Wilhelm Hey dieses erotische Volkslied (“Was für Wellen, was für Flammen / schlagen über mir zusammen”) in das heute noch viel gesungene  Weißt du wieviel Sternlein stehen  um, in dem er den weltlichen Liebesschmerz in ein religiöses Lied umwandelte.
Auf die wunderschöne Melodie entstand aber auch das Abschiedslied eines Soldaten zu Beginn der Befreiungskriege gegen Frankreich: O du Deutschland ich muß marschieren

Erk schreibt im Liederhort 1856: Die zweite Verszeile jeder Strophe ist ein durch die Melodie gebotener Zusatz, der beim Lesen des Liedes stets zu beseitigen wäre. Vgl auch Teutsches Liederbuch für Hochschulen , Stuttgart 1823 , worin obiger Zusatz.

Textvariationen:  1,2:  An dem blauen Himmelszelt — 2,6:  ein Lieb erworben — 2,7 : wär ich jetzt nicht so betrübt — 4,2:  daß ich fern muß sein von dir —  5,7 : das ein Lied tut wiegen ein —

u.a. in: Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen (1843) — Deutscher Liederhort (1856) — Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858) — Liederbuch des Handwerker-Vereins zu Potsdam (1859) – Alte und Neue Lieder (ca. 1910, erstes Heft) —

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