Schätzchen sag, was fehlt denn dir
Weil du nicht redst mit mir?
Gelt, du hast einen anderen an der Seiten
Der dir tut die Zeit vertreiben
der dir viel lieber ist.
„Nein, ein andern lieb ich nicht,
Dich aber mag ich nicht.“
Jetzund gehe ich weiter
und werd‘ ein Reiter
daß du mich nicht mehr siehst
Und wenn ich ein Reiter bin
Schreib ich dir ein Brieflein hin
Und ich lasse dich grüßen
Und du sollst wissen
Daß ich ein Reiter bin
Straßburg ist ne wunderschöne Stadt
Drinnen ich gestanden hab
Da kann man sehen viel schöne Straßen
Höret die Trompeten blasen
o, wie schön ist das!
O wie hart ist das,
wenn man ein Feinsliebchen hat
und muß reisen auf fremden Straßen
muß sein Lieb einem andern lassen
o, wie hart ist das
O wie schön ist das
wenn man sein schön Schätzchen hat
da kann man schlafen ohne Sorgen
von dem Abend bis zum Morgen
o wie schön ist das
Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 110) und Liederhort III (1893, Nr. 1419 „Soldatenliebe“ u. Nr. 1420)