O Tannenbaum O Tannenbaum

O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter.
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
Nein auch im Winter wenn es schneit.
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Wie grün sind deine Blätter!

O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Winterszeit
Ein Baum von dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!

O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
Gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit!
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren.

Text: 1. Strophe: August Zarnack, 2. und 3. Strophe: Ernst Anschütz (vor 1824)
Musik: Zuerst auf „Es lebe hoch der Zimmermannsgesell“, ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf die ins Besondere in den ersten Takten ähnliche Melodie „Gott grüß dir Bruder Straubinger

Zu der ersten Strophe aus einem „Lied über die Untreue eines Mädchens„, das August Zarnack wenige Jahre zuvor veröffentlichte, hat Ernst Anschütz eine 2. und 3.  Strophe hinzugedichtet. (Musikalisches Schulgesangbuch in drei Heften, Ernst Anschütz, Leipzig Reclam 1824) Fertig war das Weihnachtslied! „Umdichtung eines Volksliedes, hier für Kinder eingerichtet“. (Böhme, Volkstümliche Lieder der Deutschen, 1895)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1824 : Zeitraum: ,
Schlagwort:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: Das heute nahezu auf der ganzen Welt bekannte Weihnachtslied „O Tannenbaum“ war mit einem völlig anderen Text ursprünglich ein studentisches Sauflied, was man ihm in manchen Parodien und Interpretationen auch noch anmerkt: Grüß Gott dir Bruder Straubinger“ und weiter „Das Bier ist gut geraten“.  Erst als die Sitte, den Tannenbaum als Weihnachtsbaum zu schmücken sich  gegen Ende des 18. Jahrhunderts  in ganz Deutschland verbreitete, konnte die Melodie umgedichtet und als Weihnachtslied populär werden. Die Melodie von „O Tannenbaum“ wurde vermutlich über deutsche Auswanderer die Hymne vier amerikanischer Bundesstaaten und... weiter lesen

Abweichungen im Text

Auch in der Schreibweise: O Tannebaum, o Tannebaum

Weitere Strophen – Verfasser unbekannt –  in Kinderklänge (1921):

O Tannenbaum O Tannenbaum
wie reich bist du geschmücket
Mit goldnen Nüssen, Äpfeln rot
mit Blumen und mit Zuckerbrot
O Tannenbaum O Tannenbaum
wie reich bist du geschmücket

O Tannenbaum O Tannenbaum
wie strahlest du so helle
Vom Fuße bis zum Wipfel schön
ist lauter Glanz an dir zu sehn
O Tannenbaum O Tannenbaum
wie strahlest du so helle

O Tannenbaum O Tannenbaum
wer hat dich so gezieret?
Dich hat der Liebe Wundermacht
zum allerschönsten Baum gemacht
O Tannenbaum O Tannenbaum
wer hat dich so gezieret?

O Tannenbaum O Tannenbaum
Ließ ich gleich dir mich schmücken
Die Liebe Gottes macht aus mir
auch eine Paradieses-Zier
O Tannenbaum O Tannenbaum
Ließ ich gleich dir mich schmücken

Anmerkungen zu "O Tannenbaum O Tannenbaum"

Diese weihnachtliche Fassung von „O Tannenbaum“ steht zuerst im 1. Heft von Anschütz´ Musikalisches Schulgesangbuch ( Leipzig ,1824). . Zarnacks Dichtung vom treuen Tannenbaum, der anders als die falsche Liebe eines Mädchens immer grünt,  steht zuerst in seinen Deutschen Volksliedern ( Berlin 1820). „Wie treu sind deine Blätter“ in der ersten Strophe hat der Volksmund oft geändert in: „Wie grün sind deine Blätter“. Die dort gegebene Melodie ist die des Studentenliedes : Gott grüß dich Bruder Straubinger . Böhme erwähnt in Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895): Umdichtung eines Volksliedes, hier für Kinder eingerichtet. Das Volkslied s. Liederhort I 545 ff

Zarnack , geboren 1777, war Erziehungsdirektor am Militärwaisenhause in Potsdam , wo er 1827 starb.  Anschütz war 1780 zu Goldlauter bei Suhl ( Thüringen ) geboren, lebte als Lehrer und Organist in Leipzig , wo er im Jahre 1861 starb.  Das Lied war in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der fünften Klasse vorgeschrieben ( Zentralblatt der preußischen Regierung von 1912).

"O Tannenbaum O Tannenbaum" in diesen Liederbüchern

u.a. in: — Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) — Albvereins-Liederbuch (ca. 1900) — Gesellenfreud (1913) — Was die deutschen Kinder singen (1914) — Lieder für höhere Mädchenschulen (1919) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (1921) — Kinderklänge (1921) — Volker (1925) — Schlesier-Liederbuch (1936) – Wie´s klingt und singt (1936) — Macht hoch die Tür (1951) — Liederbuch SPD Hildesheim (ca. 1990) —