Schwarze Pädagogik

Schwarze Pädagogik und Zuchtreime: Das „böse“ Kind, das nicht gehorchen will, drastische Texte, Lieder, Reime, Märchen und Sagen

Bist bös
gah twuschen de Gös
Bist got
kummst up´n Schot

in: Macht auf das Tor (1905)

...

| 1905


Bist du bös
gah mank des Göös
bist du got
kumm up min Schoot

bei Simrock 68

...

| 1850


Bist du nicht mein Liebchen
schläfts du nicht bei mir
Gibst du mir kein Küßchen
was tu ich dann mit dir?

bei Simrock 75

...

| 1850


Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen. Als es nun ins Grab versenkt und die Erde über es hingedeckt war, [...] ...

| 1900


Der Besen, der Besen!
Was macht man damit?
Man kehret die Stuben

Die Rute, die Rute!
Was macht man damit?
Man klopfet die Buben.

Warum nicht die Mädchen?
Das wär eine Schand´
Die folgen schon von selber
und spinnen Gewand

(Warum nicht die Mädchen
ne Schand wäre das
Die folgen schon selber
die Mädchen, die Mädchen)

Text: [...] ...

| 1900


Der Müller will mahlen
das Rädchen geht rum
mein Kind ist verzürnet
weiß selbst nicht warum

„wird gesagt, wenn das Kind schlechter Laune ist“ –
so
Lewalter , mündlich aus Kassel um 1911 , Nr. 66  –
dort unter “ Zuchtreime “ – vorher schon in Der Kinder Lustfeld (1827)

...

Region: | 1827


Am Strand der Saale, besonders in der Nähe von Jena, lebte ein wilder und böser Riese; auf den Bergen hielt er seine Mahlzeit, und auf dem Landgrafenberg heißt noch ein Stück der Löffel, weil er da seinen Löffel fallen ließ. Er war auch gegen seine Mutter gottlos, und wenn sie ihm Vorwürfe über sein wüstes [...] ...

Region: , | | 1830


Es saß einmal ein Mann mit seiner Frau vor der Hausthür, und sie hatten ein gebraten Huhn vor sich stehen und wollten das zusammen verzehren. Da sah der Mann wie sein alter Vater daher kam, geschwind nahm er das Huhn und versteckte es, weil er ihm nichts davon gönnte. Der Alte kam, that einen Trunk [...] ...

| 1830


In der Kirche des Dorfes Groß-Redensleben, ein Stunde von Seehausen, befindet sich gleich beim Eingange links vor der Thüre an einem steinernen Pfeiler eine hölzerne, schwarz angestrichene Tafel, welche folgende Inschrift hat:

Sieh, sieh, Du böses Kind,
Was man hier merklich find’t,
Eine Hand, die nicht verwes’t,
Weil der, deß sie geweßt,
War ein ungerathenes Kind,

| 1830


Ach ein schlimmer Zug der Zeit
ist die Unverträglichkeit
die nur keift, wenn andere lachen
und sich mal gemütlich machen

Die des Lebens finstere Seite
eifrig sucht mit großer Freude
die mit Willen im Verdruß
findet einen Hochgenuß

Solche Leute sind zu meiden
denn ihr Lebenszweck ist Streiten
und das Ende gant gewiß
führt zu großer Kümmernis

Wünschest [...] ...

Region: , , , | , | 1910


Mehr Kinderreime auf der nächsten Seite