Kein schöner Land in dieser Zeit

Kein schöner Land in dieser Zeit

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Kein schöner Land in dieser Zeit
als hier das unsre weit und breit
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit

Da haben wir so manche Stund´
gesessen da in frohem Rund
Und taten singen
die Lieder klingen
im Eichengrund

Daß wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal
Gott mag es schenken
Gott mag es lenken
der hat die Gnad

Jetzt Brüder eine gute Nacht
der Herr im hohen Himmel wacht
in seiner Güten
uns zu behüten
hat er bedacht

Text: Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, 1838.
(Hier der Originaltext mit vier Strophen und leicht anderem Wortlaut als heute zumeist gedruckt.)
Musik: Auch die Melodie ist von Zuccalmaglio! Dabei hat er sicher das Volkslied „Ade mein Schatz und ich muß fort“ als Grundlage genommen und vor allem den ersten Teil umgearbeitet. Oben sind die Orginalnoten der Erstveröffentlichung.

In: „Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen“: Nach handschriftlichen Quellen herausgegeben von A. Kretzschmer, Vorwort vom August 1838. Unter Mitwirkung des Herrn Professor Dr. E Baumstark und anderer Freunde der Volksdichtung als Fortsetzung des A Kretzschmerschen Werkes gesammelt und mit Anmerkungen versehen von A. Wilh. v. Zuccalmaglio .

Der Text ist aber kein Volkslied „nach handschriftlichen Quellen“, sondern als Volkslied „vom Niederrhein“ von Herrn Zuccalmaglio in diese Liedersammlung „hineingeschmuggelt“!

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1838)
Schlagwort: |


Anmerkungen zu "Kein schöner Land in dieser Zeit"

In „Der deutsche Liederhort“ von Erk und Böhme, der wichtigsten Volksliedersammlung vom Ende des 19. Jahrhunderts, steht das Lied nicht, weil es sich nicht um ein Volkslied handelt. Hingegen führt Franz Magnus Böhme das Lied in Die volkstümlichen Lieder der Deutschen (1895, Nr. 243 „Abendlied im Sommer“) als „Volksweise“ und nennt als Quelle „Preußisches Soldaten-Liederbuch“ von 1884. Die Melodie aber ist wesentlich älter.  Insbesondere der zweite Teil der Melodie ist im Prinzip identisch mit dem Lied „Ade mein Schatz und ich muß fort„, das mündlich aus der Prignitz, Nähe Perleberg und 1807 durch Büsching und von der Hagen veröffentlicht wurde. (Deutscher Liederhort, Nr. 157)

Nach der Veröffentlichung von „Kein schöner Land“ 1912 im Liederbuch „Unsere Lieder“ des Österreichischen Wandervogels (siehe „Wandervogel„) etablierte sich das Lied in der Wandervogelbewegung. Otto Holzapfel schreibt in seinem Liedverzeichnis: „Sehr häufig in populären Liederbüchern seit 1924, mehrfach parodiert und in der Werbung verwendet.“ (Band 2,  S. 947) (in Der Kreis heißt es Text: H. Truhn , Volksweise ) –

"Kein schöner Land in dieser Zeit" in diesen Liederbüchern