Es blies ein Jäger wohl in sein Horn

Jägerlieder | , | 1560
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Es blies ein Jäger wohl in sein Horn,
Und alles was er blies das war verlorn.

Soll es denn alles verloren seyn?
Ich wollte lieber kein Jäger seyn.

Er zog sein Netz wohl über den Strauch,
da sprang ein schwarzbraunes Tierlein heraus.

Ei Tierlein, laß deine Füße nur stahn,
meine schneeweiße Hündlein, die fangen dich schon

Deine großen Hunde die holen mich nicht,
Sie wissen meine hohe weite Sprünge noch nicht.

Deine hohe Sprünge die wissen sie wohl,
du dauerst mich, daß du heute noch sterben sollst.

Sterbe ich nun, so bin ich tot,
Begräbt man mich unter die Röslein rot.

Wohl unter die Röslein, wohl unter den Klee,
Scheiden von der Herzallerliebsten, das tut weh

Es stund kaum an den dritten Tag
da wuchsen drei Blumen aus ihrem Grab

Das erste war ein Röslein rot
war gewachsen von der Herzallerliebsten tot

Das ander war ein Nägelein
war gewachsen von der Herzallerliebsten mein

Das dritte war ein Lilie weiß
steckt er`s auf seinen Hut mit Fleiß

Text und Musik anonym , in vielen Varianten verbreitet seit dem 16. Jahrhundert – als Chor gesetzt von Georg Götsch
u.a. in: — Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884) — Fröhliche Chorlieder (1926) — Wander-Liederbuch (1927) — Die weiße Trommel (1934, als Chorstück) — Liederbuch für die deutschen Flüchtlinge in Dänemark (1945) — Deutsches Jägerliederbuch (1951), darin ein anderes Ende, in dem beide heiraten — Liederbuch der Fallschirmjäger (1983) –
 Verschiedene Varianten dieses Liedes

das Lied wird auch verbunden mit dem „Drei Lilien auf dem Grab“ Motiv:
Drei Lilien, drei Lilien, die wuchsen auf ihrem Grab /
da kam ein stolzer Ritter, wollt´s brechen ab /
„Ach Reiter, stolzer Reiter, lass du die Lilien stahn /
es soll sie ein jung frischer Jäger han.“







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