Mein Regiment mein Vaterland (Annemarie)

Mein Regiment mein Vaterland (Annemarie)

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Mein Regiment mein Vaterland
meine Mutter hab ich nicht gekannt
Mein Vater starb schon früh als Held
ich stehe allein auf dieser Welt

Marie, Marie, so heißt mein Nam,
Den ich vom Regiment bekam
Mein ganzes Leben lasse ich
Fürs Regiment, da sterbe ich

Wenns Regiment früh ausmarschiert.
Der Tambour seine Trommel rührt
Tausch ich mit keiner Fürstin nicht,
Sie lebt nicht glücklicher als ich

Ein Offizier den mag ich nicht
Weil er den Mädchen viel verspricht
Ein Musketier der soll es sein.
Für den schlägt nur mein Herz allein.

So kommt denn alle her zu mir
sei’s Musketier, sei’s Füselier
Ich reich ei’m feden meine Hand
Und sterb allein fürs Vaterland.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Vergleiche auch: Ein armer Fischer bin ich zwar (1781)
in Deutscher Liederhort (1893, Nr. 1389 „Die Regimentstochter“)

Text:  Der Text ist eine Nachbildung von Donizetti’s Opernarie in dessen „Regimentstochter“: „Heil dir, mein Vaterland“ und wurde vermutlich schon vor den Kriegsjahren 1870—1871 gesungen, kam aber in letzteren und nach der Zeit erst recht in Aufnahme. – Strophenfolge nicht überall gleich. —

Musik: Von Soldaten in Hessen, Nassau, Straßburg, Dresden, Kassel von 1880—1890 gehört. Melodie aus dem Elsaß 1889, auch so aus der Lahngegend und von sächs, Soldaten, wie in Kassel (s. Lewalter II, 23) gesungen.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: , , (1880)
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Anmerkungen zu "Mein Regiment mein Vaterland (Annemarie)"

Bei Müller, Volkslieder aus dem sächsischen Erzgebirge 1883, S. 3 ist der Anfang verdreht: „Mein Sachsenland, mein Vaterland“ — und folgt bloß Str. 2 und 4; letztere schließt: „Ein Grenadier der muß es sein, dem schenk ich nur mein Herz allein.“. —

Später kam noch der Refrain dazu:

ich heiße Annemarie, aha. ein jeder kennt mich schon
Ich bin ja die Tochter vom dritten Bataillon

(auch: Doch lieben, nein, das mag ich nicht
wenn man mir noch so viel verspricht
mein Regiment, ich bleibe dein
für dich nur ….)

Und wenn ich einst gestorben bin
so schreibt auf meinen Grabstein in
Hier ruht im Frieden die Marie
Kein anderer war so treu wie sie
Sie hieß Annemarie, aha. ein jeder kannt´ sie schon
Sie war ja die Tochter vom dritten Bataillon

"Mein Regiment mein Vaterland (Annemarie)" in diesen Liederbüchern

in Schwäbisches Soldaten-LiederbuchSoldatenlieder-Sammlung (1914-1918, Ges. beim Ers. Btl. Res. Inf. Reg. 103, Eins.: stud. theol. Adolf Dörmar, Universität Gießen , DVA A 108 624) — Weltkriegs-Liedersammlung (1926) — Württembergische Volkslieder (1929, andere Reihenfolge: 1,3,2,4,5 – anstatt „Annemarie“ nur „Marie“ und am Schluß: „…Grabstein hin / Darauf da soll geschrieben sein / hier ruht Maria ganz allein“) — Der Kilometerstein (1934, ohne die 4. Strophe „Ein´n Offizier den mag ich nicht“) — Lieb Vaterland (ca. 1935) —