Nach Sibirien muß ich jetzt reisen

Nach Sibirien muß ich jetzt reisen Muß verlaßen die blühende Welt Schwerbeladen mit sklavischen Eisen Harret meiner nur Elend und Kält´ O Sibirien, du eiskalte Zone Wo kein Schiffer die Fluten durchzieht Wo kein Funken der Menschheit mehr wohnet Und das Aug´ keine Rettung mehr sieht Von den Meinen gewaltsam entrissen Von den Meinen gewaltsam getrennt Darf ich denn ihren

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Unsereiner liebt am meisten (1880 Berlin)

Unsereiner liebt am meisten Wahrheit, Freiheit, gleiches Recht Weil es doch für unser Dasein unumgänglich nötig ist Denn wir sind mit Sklavenketten An die Arbeit festgeschraubt Weil man uns die goldne Freiheit Und das gleiche Recht geraubt Immer tiefer, immer runter Wird der karge Lohn gedrückt Da schlägt gleich ´ne Bombe runter in denselben Augenblick Soll ein´ da das Blut

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In unterirdischer Kammer

In unterirdischer Kammer Sprach grollend der alte Granit “Da droben den wäss´rigen Jammer Den mach ich jetzt länger nicht mit. Langweilig wälzt das Gewässer Seine salzige Flut übers Land Statt stolzer und schöner und besser Wird alles voll Schlamm und voll Sand “Das gäb eine mitleidwerte Geologische Leimsiederei Wenn die ganze Kruste der Erde Nur ein sedimentäres Gebräu Am End

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Und wär der Main ein grosses Faß

Und wär´ der Main ein grosses Fass wir tränken´s dennoch leer und schickten manchen guten Spass laut jubelnd hinterher. Ob Bier, ob Wein? Wer fragt danach im hellen Frühlingsschein? Und tränken wir auch Nacht und Tag ´s müsst´ ausgetrunken sein Und wär’ die Blütenflur im Mai ‘ne bunte Mädchenschar, wir küssten alle nach der Reih aufs rote Lippenpaar. Ob schwarz,

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