In unterirdischer Kammer
Sprach grollend der alte Granit
„Da droben den wäss´rigen Jammer
Den mach ich jetzt länger nicht mit.
Langweilig wälzt das Gewässer
Seine salzige Flut übers Land
Statt stolzer und schöner und besser
Wird alles voll Schlamm und voll Sand

„Das gäb eine mitleidwerte
Geologische Leimsiederei
Wenn die ganze Kruste der Erde
Nur ein sedimentäres Gebräu
Am End würd noch Fabel und Dichtung,
Was ein Berg – was hoch und was tief
Zum Teufel die Flötzung und Schichtung
Hurra! ich werd´ eruptiv

Er sprachs und zum Beistand berief er
Die tapfern Porphyre herbei
Die kristallinischen Schiefer
Riß höhnisch er mitten entzwei
Das zischte und lohte und wallte
Als nahte das Ende der Welt
Selbst Grauwack, die züchtige Alte
Hat vor Schreck auf den Kopf sich gestellt

Auch Steinkuhl und Zechstein und Trias
Entwichen, im Innern gesprengt
Laut jammert im Jura der Lias
Daß die Glut ihn von hinten versengt
Auch die Kalke, die Mergel der Kreiden
Sprachen später mit wichtigem Ton:
„Was erstickte man nicht schon bei Zeiten
Den Keim dieser Revolution?“

Doch vorwärts, trotz Schichten und Seen
Drang siegreich der feurige Held
Bis daß er von sonnigen Höhen
Zu Füßen sich schaute die Welt
Da sprach er mit Jodeln und Singen
„Hurra! das wäre geglückt!
Auch unsereins kann´s zu was bringen
Wenn er nur herzhaftiglich drückt!

Text: Josef Victor von Scheffel ()
Musik: auf die Melodie von Ich weiß nicht was soll es bedeuten ()
in Albvereins-Liederbuch (ca 1900)
vergleiche die Feuerwehr-Version dieses Liedes

Liederthema: ,
Liederzeit: vor 1880 : Zeitraum: ,
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

„Ich weiß nicht was soll es bedeuten“ ist ein Lied nach einem Gedicht von Heinrich Heine, dass er 1823 über die Sage von der Lorelei schrieb. Es wurde allein im 19. Jahrhundert vielfach vertont und gelangte insbesondere in der Vertonung von Friedrich Silcher (1838) zu großer Popularität. Zahlreiche Nachdichtungen und Parodien existieren.

Von der Lorelei gibt es bereits eine Fassung von Eichendorff von 1812 und eine Fassung von Brentano von 1799, also etwa 25 Jahre älter als der Text von Heine. „Zu Bacharach am Rheine