Den Sonntag, den Montag in aller Fruh (Liebesschmerz)

Volkslieder » Liebeslieder » Liebeskummer

Den Sonntag, den Montag in aller Fruh (Liebesschmerz)

mp3 anhören"Den Sonntag, den Montag in aller Fruh (Liebesschmerz)" zum Anhören, als Download, als Buch oder als CD bei Amazon

Den Sonntag, den Montag in aller Fruh
da kam mir eine traurige Botschaft zu
dieweil ich von meim Schätzchen hab Abschied genommn
ich sollte doch noch einmal zu ihr kommn

Und als ich zu ihr gekommen bin
da thät sie mir was sagen in aller Still
ich sollt sie nicht verlassen in aller ihrer Not
ich sollt sie treulich lieben bis in den Tod

Schau an, schau an mein bleiches Angesicht
schau, wie mich die Liebe hat zugericht!
Kein Feuer ist auf Erden, das brennet also heiß
als die verborgne Liebe, die Niemand weiß

Dorn und Disteln die stechen gar zu sehr
aber falsche Zungen noch viel mehr
viel lieber wollt ich gehn, wo Dorn und Disteln stehn
als wo zwei falsche Zungen beisammen stehn

Mit Trauern muß ich schlafen gehn
mit Trauern muß ich wiedrum auferstehn
mit Trauern und mit Weinen verbring ich meine Zeit
dieweil ich nicht kann lieben was mein Herz erfreut

Geht dirs wol, so gedenk an mich
geht dirs aber übel, so kränkt es mich
Wie froh wollt ich sein, wenns dir und mir wolgeht
obschon mein junges Leben in Trauern steht

Ach herzelieber Schatz, ich bitte dich noch eins
du wollest auch bei meinem Begräbnis sein
bei meinem Begräbnis bis in das kühle Grab
dieweil ich dich so treulich geliebet hab.

Text und Musik: Verfasser unbekannt

Vielfach mündlich, aus dem Brandenburgischen, Hessen-Darmstädtischen, aus Schlesien, Thüringen u. s. w. Mit Benutzung von flieg. Blättern aus der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts.“- Vgl. L. Erk, Volkslieder. B. II, H. 2, S. 54, Nr. 37. – in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 158 „Liebesschmerz“)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1780)

Anmerkungen zu "Den Sonntag, den Montag in aller Fruh (Liebesschmerz)"

Textvariationen:

  • 1, 1. Am Sonntag, am Montag (Des Sonntags, des Montags) in aller Fruh.
  • 1, 3. hab Urlaub genommn.
  • 1, 4. ich sollte doch noch einmal wieder kommn. –
  • 2, 2. da that sie mir was klagen. –
  • 3. Vgl. Meinert. S. 253. (Str. 3.)
  • 3, 3. das brennen thut so heiß. Vgl. Liederhort. Nr. 35. (Str. 8 und 9.) und Nr. 109. (Str. 1.)
  • 3, 3. Viel lieber wollt ich wünschen, ich läg im kühlen Grab, so käm (wär) ich auch (doch) von allen meinen Leiden (Sorgen) ab.
  • 3, 3. Du hast ein Herz, viel härter als ein Stein, darinnen so viel Seufzer verborgen sein. –
  • 4, 4. eh ich mit falschen Zungen wollt ummegehn.
  • 4, 2. die falschen falschen Zungen aber noch viel mehr. Vgl. L. v. Seckendorf, „Musenalm. f. d. J. 1808.“ S. 64. (Aehnliche Lieblingsstrophen: Liederhort. S. 283, 285, 288, 314 u. 349.) –
  • 5 u. 6. Vgl. Liederhort. S. 298. (Str. 3 u. 4.) In der Regel sind diese beiden Strophen ebenso oft in obigem Liede wie auch in Nr. 132 anzutreffen. –
  • 6. Vgl. A. Elwert, „Ungedruckte Reste.“ S. 36. –
  • 7. Vgl. Büsching u. von der Hagen, Volksl. S. 229, Nr. 92, Str. 2.

.