Liederlexikon: Voß

| 1751

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Johann Heinrich Voß wurde am 20. Februar 1751 in Sommerstorf bei Waren (Müritz) geboren und starb am 29. März 1826 in Heidelberg -er war Dichter und Übersetzer berühmter Klassiker. Er wuchs in Penzlin auf, wo sein Vater sich als Zolleinnehmer, Gastwirt und Schulhalter betätigte. Auf Einladung von Heinrich Christian Boie, dessen Aufmerksamkeit er durch Gedichtbeiträge im Göttinger Musenalmanach erregt hatte, besuchte er nach der Gelehrtenschule in Neubrandenburg und einer Hauslehrerstelle in Ankershagen ab 1772 die Universität Göttingen. Hier studierte er Philologie und wurde einer der führenden Geister im berühmten Göttinger Hain oder Dichterbund. Im Alter von 23 Jahren wurde er Mitglied der Hamburger Freimaurerloge „Zu den drei Rosen“, wegen eines Streits mit der Großen Landesloge verließ er aber die Freimaurerei zehn Jahre später.
In dieser Zeit gab er den auf Einladung Boies den Musenalmanach heraus, heiratete 1777 die Schwester Boies, Ernestine und wurde 1778 Rektor der Lateinschule in Otterndorf an der Nordsee. Vier Jahre darauf übernahm er als Rektor die „Gelehrtenschule“ in Eutin (die heutige Johann-Heinrich-Voß-Schule), wo er zehn Jahre (seit 1786 als Hofrat) blieb und sodann um seine Versetzung in den Ruhestand ersuchte. Es folgten drei Jahre als Privatdozent an der Universität Jena. Obwohl Goethe sich dafür eingesetzt hatte, ihn in Jena zu halten, folgte er der Berufung (durch die Badische Regierung) zur Übernahme einer Sinekure-Professur an der Universität Heidelberg. Hier widmete er sich im Genuss eines beträchtlichen Gehalts bis zu seinem Tod völlig seinen literarischen Arbeiten, Übersetzungen und antiquarischen Forschungen. Quelle


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"Voß" im Archiv:

Boie

Der Pfarrerssohn Heinrich Christian Boie wurde am 19. Juli 1744 Meldorf geboren, studierte Jura in Jena, ab 1769 in Göttingen. Dort gründete er 1770 zusammen mit Friedrich Wilhelm Gotter die literarische Zeitschrift ” Göttinger Musenalmanach “. Am 12. September 1772 gründeten Johann Heinrich Voß, Johann Martin Miller, dessen Vetter Gottlieb Dieterich Miller, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Friedrich Hahn und Johann Thomas

Musenalmanach

Ein Musenalmanach – auch Musen-Almanach –  ist eine literarische Publikationsform, die sich um 1770 in Deutschland etablierte und bis ins 19. Jahrhundert sehr beliebt war. Das Vorbild der in Göttingen und Leipzig erschienenen ersten deutschen Musen-Almanache war der seit 1765 in Paris erscheinende Almanach des Muses. Inhalt waren zum einen literarische Notizen und Rezensionen, zum anderen Erstveröffentlichungen neuer (meist kurzer)

Der Holdseligen sonder Wank

Der Holdseligen sonder Wank sing ich fröhlichen Minnesang, denn die Reine, die ich meine winkt mir lieblichen Habe dank Gleich der sonnigen Veilchenau glänzt der Wonnigen Augenblau. Frisch und ründchen blüht ihr Mündchen gleich der knospenden Ros im Tau. Ach, bin inniglich minnewund ! gar zu minniglich dankt ihr Mund ! lacht so grüsslich, lockt so küsslich, dass mir’s bebt