Bald gras ich am Neckar

Bald gras ich am Neckar

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Bald gras ich am Neckar
bald gras ich am Rhein
bald hab ich ein Schätzel
bald bin ich allein.

Was hilft mir das Grasen
wenn die Sichel nicht schneid’t,
was hilft mir das Schätzel,
wenn’s bei mir nicht bleibt.

Und soll ich denn grasen
am Neckar, am Rhein,
so werf’ ich mein schönes
Goldringlein hinein.

Es fließet im Neckar,
es fließet im Rhein,
soll schwimmen hinunter
ins tiefe Meer ‘nein.

Und schwimmt es, das Ringlein
so frißt es ein Fisch,
das Fischlein soll kommen
auf’s Königs sein Tisch.

Der König tät fragen
wem’s Ringlein soll sein?
da tät mein Schatz sagen:
das Ringlein g’hört mein.

Mein Schätzel tät springen
bergaus und bergein,
tät wied’rum mir bringen
das Goldringlein fein.

Kannst grasen am Neckar,
kannst grasen am Rhein,
wirf du mir nur immer
dein Ringlein hinein

Text: die ersten beiden Strophen aus Süddeutschland , 18. Jahrhundert – Strophen 3.- 8. ca. 1808 in “Des Knaben Wunderhorn” vermutlich von Augusta von Plattenberg –
Musik: In mehreren Varianten mündlich überliefert, Melodie 1 als Schnadahüpferl vor 1830 , Ludwig Erk bringt in “Deutscher Liederhort” (1856, Nr. 87 “Das Ringlein” die Melodie Nr. 2 aus Regensburg und Melodie Nr. 3 aus der Gegend von Darmstadt .

Liederthema:
Liederzeit: (1808)

Region: , , , , ,

Zweite Melodie zu "Bald gras ich am Neckar"

Zweite Melodie zu
Mündlich überliefert aus Regensburg (vor 1856, Liederhort Nr. 87)

Dritte Melodie zu "Bald gras ich am Neckar"

Dritte Melodie zu
Mündlich überliefert aus Darmstadt (vor 1856, Liederhort Nr. 87)

Anmerkungen zu "Bald gras ich am Neckar"

Varianten im Text:  1: Bald gras ich am Acker ( Ufer) bald gras ich am Rain , bald hab ich ein Schätzle baid bin ich allein — 2 batten, frommen, fruchten

Bald gras ich am Acker

Diese Fassung in: – Liederbuch des Handwerker-Vereins zu Potsdam (1859) :

Bald gras ich am Acker
bald gras ich am Rain
bald hab ich ein Schätzel,
bald bin ich allein

Was hilft mir mein Grasen,
wenn d´Sichel nicht schneid´t
was hilft mir ein Schätzel
wenn´s bei mir nicht bleibt

Da drüben bin ich rüber
wo´s kaiserlich is
weil Schatz ist mir lieber
als Geld auf dem Tisch.

Das Geld auf dem Tisch
und das Glas in der Hand:
wo bleibt denn mein Schätzel?
die Zeit wird mir lang

"Bald gras ich am Neckar" in diesen Liederbüchern

u a. in: Des Knaben Wunderhorn (1808) — Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen (1843) –   Deutscher Liederhort (1856, Nr. 87 “Das Ringlein”) — Liederbuch für die Deutschen in Österreich (1884) — Liederbuch Postverband (1898) — Albvereins-Liederbuch (1905) — Des Rennsteigwanderers Liederbuch (1907) — Gesellenfreud (1913) — Alte und neue Lieder (ca. 1914, 4. Heft) — Volkslieder für Heim und Wanderung (1914) — Deutsches Lautenlied (1914) — Blaue Fahnen (1930) — Wir singen (Grossdruck)