Ach wie bald ach wie bald

Ach wie bald ach wie bald

mp3 anhören"Ach wie bald ach wie bald" zum Anhören, als Download, als Buch oder als CD bei Amazon

Ach wie bald, ach wie bald
schwindet Schönheit und Gestalt!
Prahlst du gleich mit deinen Wangen
die wie Schnee und Rosen prangen
auch die Rosen welken ab

Kaum gedacht, kaum gedacht
ist der Freud ein End gemacht
Gestern Lust und Freud genossen
heute durch die Brust geschossen
morgen in dem kühlen Grab

Weine nicht, weine nicht
falsche Seele, weine nicht!
Denn was nützen solche Tränen
die aus falschem Herzen strömen
wo kein Treu zu finden ist?

Wie das ist, wie das ist
aller Mädchen Freud und List
viel versprechen, wenig halten
in der Liebe ganz erkalten
eh der Tag vorüber ist.

Machtest mir, machtest mir
stets nur Kummer, Sorg und Müh
In der Nacht bei Sturm und Regen
lief ich deiner Lieb entgegen
und du bist so falsch an mir!

Fort von mir, fort von mir
falsche Seele, fort von mir!
Jetzt zerreiß ich alle Stricke
bei mir findest du kein Glücke
Hätte ich dich nie gekannt!

S gibt noch viel, s gibt noch viel
Zwei, drei Rosen auf einem Stiel
Schönstes Blümlein in dem Garten
Rote Rosen auf mich warten
Brech mir ab, was mir gefällt.

Text und Musik: Verfasser unbekannt – „Ach wie bald“ ist ein schwäbisches Volkslied aus dem Neckartal
Das Lied entstand nach einem Gedicht von Johann Christian Günther
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 719 „Gegen falsche Liebe“)

Geschichte dieses Liedes: ,
Liederthema:
Liederzeit: (1780)

Region:


Anmerkungen zu "Ach wie bald ach wie bald"

Angaben im Liederhort: „Text nach Scherer, Jungbrunnen., Nr. 113, die vollständigste und beste Lesart. — Weniger gut Meier. Schwäbische Volkslieder, Nr. 50. Erk I, 3, 62 aus dem Bergischen 1839: „Gut gedacht, gut gedacht, wird der Lust ein End gemacht“. — Die Singweise geben wir nach der ziemlich allgemein gesungen Lesart, die zuerst in Serigs Liederbuch., Lpz. 1827. Nr. 141 und daher in Erks Germania 350 steht. Bei Silcher II, 1826. Nr. 8 zu „Kaum gedacht“ ist der Anfang etwas anders, auch so in seinem Commersbuch zum Text: „Morgenrot“. Dieses schwäbische Volkslied benutzte Hauff 1824 zu seinem weitverbreiteten Soldatenlied „Morgenrot“ (Reiters Morgengesang). Unser Volkslied selbst aber ist entstanden aus einem Liede von J. Christian Günther. Zuerst gedruckt im Nachtrag zu dessen Gedichten, Breslau 1751, S. 108. Günther war geboren 1695 und starb 1723. Bald nach dem Drucke dieses Liedes (1751) wurde es durch Volksmund umgebildet und wirklich verbessert.