Der Krieg als heiligstes menschliches Handeln (1913)

Seine Schultern werden mit zentnerschwerer Verantwortung die Sorgen eines Kampfes tragen. Wir aber dürfen auf seinen Ruf leichten, frohen Herzens zu den Waffen greifen und uns des Krieges freuen. Verlachen wir also aus vollem Halse alte Weiber in Männerhosen, die den Krieg fürchten und darum jammern, er sei grausig oder hässlich. Nein, der Krieg ist schön. Seine hehre Grösse hebt das Menschenherz hoch über Irdisches, Alltägliches hinaus. …
Auch unserer warten solche Stunden. Wir wollen ihnen entgegengehen mit dem männlichen Wissen, dass es schöner, herrlicher ist nach ihrem Verklingen auf der Heldentafel in der Kirche ewig fortzuleben, als namenlos den Strohtod im Bett zu sterben. Wir sind auf dem kugelrunden Ameisenhaufen Erde von Bedeutung nur als Glieder einer Gemeinschaft, des Vaterlandes.

Deutschland allein muß nach einem Kriege leben, blühen und gedeihen. Was aus uns wird, mag und soll uns piepe sein! So dachten die Väter, die das Reich nur schaffen konnten, weil auch sie zum Kampf mit dem entschlossenen Willen zu Sieg und Tod auch ihren festen frommen Glauben trugen. Ein Soldatenlied erzählt uns, wie sie sich ihren Lohn und Himmel dachten. Im Wolkensaal droben sitzen „Held Friedrich, Held Blücher, die Männer der Tat.“ (Aber nicht die Stubenhocker, die uns den Krieg verleiden wollen.)

Der grosse Kaiser, sein Moltke, sein Roon, sein Bismarck sind da. Und wenn drunten auf Erden mit deutschen Waffen eine Schlacht geschlagen ist und die treuen Toten von der blutigen Wahlstatt zum Himmel steigen, ruft „aus Potsdam ein Gefreiter“ die Wache ins Tor. Dei alte Fritz springt vom goldenen Stuhl, lässt Präsentiermarsch schlagen und herrscht die Könige und Helden an: Respekt Ihr Herrn und aufgeschaut, die jetzt herein ich führe, Auch Helden sind´s und all voran des Königs Grenadiere! Das sei Jungdeutschlands Himmelreich. So sehne es sich, an unseres Herrgotts Tür zu klopfen.

Quelle: Otto von Grotberg : Bund Jungdeutschland und deutsche Turnerschaft, in: Jungdeutschland-Post. Wochenschrift für Deutschlands Jugend , Jg. 1913 , Nr. 4, 25.1.1913, zitiert nach: Ottfreide Nippold: Der deutsche Chauvinismus , Stuttgart 1913, S. 1

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