Julius Otto: Das treue deutsche Herz

Ehrenkranz für einen Liedertafel-Vater

Für ein Lied „In die Ferne“ für eine Stimme und Pianoforte (gedichtet von Kletke) erhielt Otto den vom Mannheimer Musikverein ausgeschriebenen Preis von neun Ducaten; im Jahre 1846 setzte die Gesellschaft Harmonie in Trarbach an der Mosel ein Fuder (gleich vierzehn Eimer) des feinsten Moselweines als Preis für die beste Composition eines Liedes zum Lobe der Mosel aus. Julius Otto, Vater und Sohn, gingen für Composition und Dichtung dieses Moselliedes als Sieger hervor. Methfessel beglückwünschte Beide mit folgendem Distichon:

„Kaum hat sich Vater und Sohn zum Preise der Mosel verbunden,
Rollt auch der heilige Geist donnernd im Fasse herbei.“

„Von diesem Fasse Wein,“ so schreibt einer seiner Schüler und Verehrer in Dresden dem Verfasser dieser Zeilen, „mußte Jeder trinken, der zu ihm kam, und ich hatte sogar das Vergnügen, dasselbe im Keller mit abziehen zu helfen, besinne mich auch noch, daß er vorher mir und seinem Sohne Arwed etwas Oel zu trinken gab, damit wir nicht so schnell grau würden.“ In demselben Brief wird „Otto’s Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit bei Prüfung angemeldeter Chorschüler, besonders wenn es solche schüchterne Dorfjungen waren, wie ich,“ mit dem weiteren Bemerken rühmend hervorgehoben: „Wenn er Einen so freundlich ansprach, bekam man Courage und sang das Vorgelegte frisch herunter. Wen er einmal geprüft und als zuverlässig befunden, in den setzte er unbedingtes Vertrauen, das nicht so leicht zu erschüttern war. Auch seine Schüler sah er gern heiter und vergnügt, und bei vorkommenden Festlichkeiten, Ausflügen und dergleichen erheiterte es ihn selbst zumeist, wenn die Jungens etwas über den Strang schlugen.“

Fassen wir seine Compositionsthätigkeit zusammen, so war sie hauptsächlich fruchtbar für die Kirche, für den Männer- und den Kindergesang. Wir erinnern an seine drei Charfreitags-Oratorien (der Sieg des Heilands, die Feier der Erlösten, des Heilands letzte Worte), eine Missa in F, Kyrie und Sanctus in Es, Kyrie und Gloria in D, drei Oster-Cantaten, zwei Pfingst- und drei Weihnachts-Cantaten, zwei Cantaten zum Todtenfest und zwei zum Reformationsfest, sämmtlich für gemischten Chor mit Orchester; ferner an sein Oratorium Hiob (Dichtung von Julius Mosen), gleich vielen andern geistlichen und weltlichen, zum Theil oben bereits genannten Compositionen theils für Männerstimmen mit Orchester, theils für gemischten Chor ohne Orchester. Für die Kinderwelt schuf er die Kinderfeste („Das Schulfest“, „Das Weihnachtsfest“, „Das Pfingstfest“, „Das Vaterlandsfest“, sämmtlich Dichtungen von Friedrich Hofmann), auf Anregung seines Verlegers Conrad Glaser in Schleusingen.

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