Liederlexikon: Julius Otto

| 1804

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Julius Otto
Julius Otto

Ernst Julius Otto., Cantor und Musikdirector an den drei evangelischen Hauptkirchen zu Dresden, ward geb. am 1. Sept. 1804 zu Königstein in Sachsen, wo sein Vater Apotheker war. Der tüchtige Cantor Albani entdeckte zuerst des Knaben musikalische Fähigkeiten, ward sein erster Lehrer und ließ ihn als neunjährigen Knaben bereits beim Gottesdienst die Orgel spielen und die Sopransoli singen. In den Jahren 1814–1822 besuchte O. die Kreuzschule zu Dresden, trat daselbst als Sopransolosänger, sogenannter Rathsdiscantist ein und erregte durch seine schöne Stimme Aufsehen.

Der damalige Cantor Th. Weinlig, und nach dessen Abgange Fr. Uber, waren seine Lehrer in der Theorie der Musik, und schon als Schüler der Obersecunda schrieb er im Auftrage des damals kranken Cantors Uber eine Cantate für Chor, Solo und Orchester beim Amtsantritt des Superintendenten Seltenreich, und führte sie auch in der Kreuzkirche selbst auf. Dieser Cantate folgten noch drei andre für die hohen Feste. Da er nun auch in Wissenschaften sich hervorgethan und als Primaner die besten Censuren aufzuweisen hatte, schwankte er eine Zeit lang zwischen dem Studium der Theologie und der Musik; aber die große Vorliebe für letztere siegte.

Er bezog die Universität zu Leipzig, hörte dort philosophische Collegia und studirte Musik unter Cantor Schicht und dessen Nachfolger Th. Weinlig. Nicht wenig wurde er in diesen Studien durch den regelmäßigen Besuch der Gewandhausconcerte gefördert. In diese Zeit fällt die erste Veröffentlichung eines Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell (op. 6), einer vierhändigen Sonate (op. 5), und von Variationen für Pianoforte (op. 2), sämmtlich bei Hofmeister in Leipzig erschienen. Kirchencantaten und Motetten von ihm wurden in der Thomas- und Nikolaikirche aufgeführt.

Nach Dresden zurückgekehrt, übernahm er den Gesang- und Clavierunterricht in der Blochmannschen Erziehungsanstalt. Da geschah es, daß der damalige Cantor Agthe an der Kreuzschule in Irrsinn verfiel; O. meldete sich zur interimistischen Verwaltung des Amtes, erhielt die einstweilige Leitung, ward aber Ostern 1830 definitiv in das Cantorat eingesetzt, welches er 45 Jahre bekleiden sollte.


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Hallbauer

Maximilian Hallbauer (Pfarrer in Dresden). Ein Mann gleichen Namens wurde 1835 als Candidat für das Lehrerkollegium an der Kreuzschule (Kreuzkirche) in Dresden angestellt, wo Ernst Julius Otto seit 1830 Kantor war.. Von Maximilian Hallbauer stammt der Text vom Sachsenlied von 1842, Musik Ernst Julius Otto ein Jahr zuvor.

Sachsenlied

1994 rief die sächsische Staatskanzlei in Dresden zu einer Art Wettstreit für ein Sachsenlied auf. Mehr als einhundert Vorschläge wurden eingereicht. Die Ideen reichten von „Aus den Wettinern wurden Sachsen“ über “Sing mei Sachse sing” bis zu „Sachsen du mein Heimatland“.  Die meisten Vorschläge bezogen sich aber auf das „Sachsenlied“ von Ernst Julius Otto von 1841 mit dem ein Jahr

Gott sei mit dir mein Sachsenland

Gott sei mit dir mein Sachsenland blüh frei und fröhlich fort Ein frommes Herz und fleiß´ge Hand das sei mein Losungswort Hell leuchte deiner Tugend Glanz du edle Perl im deutschen Kranz Glück auf, Glück auf Glück auf, Glück auf Glück auf, Glück auf, mein Sachsenland Wohl bist an Schätzen reich du nicht bist klein und eng umgrenzt Doch deine