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Heute an Bord
morgen geht´s fort.
Schiff auf hoher See
Rings um uns her
nur Wellen und Meer
ist alles was ich seh
Hell die Gläser klingen,
ein frohes Lied wir singen.
Mädel schenke ein
Es lebe Lieb und Wein
Leb wohl auf Wiedersehn

Verschwunden der Strand
entschwunden das Land
Schiff auf hoher See
Rings um uns her
nur Wellen und Meer
ist alles, was ich seh.
Leis die Wellen wiegen
Möwen heimwärts fliegen
Golden strahlt die Sonn
Herzen voller Wonn
Heimatland, ade

Im Kampfe wir sind
mit Wellen und Wind
auf dem Ozean.
In Not und Gefahr
sind wir immerdar
stets ein ganzer Mann
Im Ernste wie im Scherze
am rechten Fleck das Herze
Unser schönstes Gut
frischer Seemannsmut
Herrscher auf dem Meer

Nimmer zurück
schweift unser Blick
frischer Mut voraus
Ob Schnee oder Eis
ob Sonne brennt heiß
was machen wir uns draus
Fern die Heimat winket
Liebchens Äuglein blinket
Jahre komm´n und gehn
frohes Wiedersehn
Gruß mein Heimatland

Die Herkunft des Textes ist unklar, die Melodie stammt wohl aus Ungarn.  Der Text soll angeblich 1903 von einem Kapitän “Paul Vollrath” geschrieben worden sein, dies ist aber im Deutschen Volksliedarchiv Freiburg nicht nachweisbar. Das Lied steht offenbar nicht in Liederbüchern vor ca. 1930. Der früheste Druck im DVA ist derzeit (18.4.2017)  unter dem Titel “Matrosen auf See. (Heut’ geht es an Bord.)” als “Jetzt geht es an Bord”, mit drei Strophen (nur Text), in: 200 Deutsche Lieder aus alter und neuer Zeit […]. Berlin: Verlag für deutsche Musik o. J. [vor 1930], S. 57 (Signatur: V 3/675). Angabe unter dem Text: “Bearbeitung Eigentum d. Verl. f. dt. Musik, Bln. S. 42.”  In  “Deutsches Matrosenliederbuch”, hrsg. mit Genehmigung des Reichswehrministeriums, Marineleitung, Berlin: Verlag Offene Worte 1935, S. 31-32 (Nr. 26, “Heut geht es an Bord”, 4 Strophen) steht folgende Quellenangabe: “Melodie unter Benutzung einer ungarischen Volksweise von Kapitän Paul Jakob †  – Text von Kapitän Paul Vollrath †).

Von dem “Paul Vollrath” zugeschriebenenText gibt es scheinbar auch Vertonungen von Robert Götz – Rudolf Marenbach – Hermann Michael. Heute mehr ein maritimer Schlager als ein echtes Seemannslied, entstand dieses Lied eventuell in der weit verbreiteten Großmachtphantasie “Wir wollen die Herrscher der Meere sein” im deutschen Kaiserreich. Es gibt auch einen Paul Vollrath, der Mitglied der NSDAP war. Ein Kapitän “Paul Vollrath” ist zur Zeit noch nicht recherchierbar. Eventuell ist es ein und dieselbe Person ?  Auffällig ist, dass das Lied in keinem der einschlägigen Liederbücher der Weimarer Republik steht, dafür in zahlreichen NS-Liederbüchern, was gegen eine Entstehung noch im Kaiserreich spricht.
Vergleiche auch: Die blauen Dragoner sie reiten

Das Lied steht unter anderem in folgenden Liederbüchern:  Aufbruch. Alte und neue Lieder (1932) — Die Fahne hoch. Lieder der Jungen (1935) — Seemannslieder (1938) — Sturm und Kampflieder (1941) — Soldaten Kameraden (1936) — Hellau (1942) — Liederbuch der Luftwaffe (1939) — SS-Liederbuch — Deutsches Marine-Liederbuch (1935) — Liederbuch der Wehrmacht (1939) —

Tschechische Version

u.a. in: Die weiße Trommel (1934) — Lieb Vaterland (ca. 1935)  —  Liederbuch der Bundeswehr (1976) —  Liederbuch der Fallschirmjäger (1983)

eine andere Strophe lautet (in Lieb Vaterland , ca. 1935)
Heut geht es an Bord / heut müssen wir fort / lustig heut ist heut
Drum füllt das Glas / mit köstlichem Naß / Seemanns Lust und Freud
…Lieb und Wein! Prosit! Wiedersehn!

Version vom Niederrhein

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