Es ritt ein Jäger wohlgemut (Jagdglück)

Es ritt ein Jäger wohlgemut (Jagdglück)

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Es ritt ein Jäger wohlgemut
Wohl in der Morgenstunde
Wollt jagen in dem grünen Wald
Mit seinem Roß und Hunde
Und als er kam auf grüner Heid
Da fand sein Herze Lust und Freud
Im Maien, am Reihen, sich freuen
alle Knaben und Mägdelein.

Der Guckguck scherzt, der Aurhahn pfalzt
dazu die Turteltauben
Da fing des Jagers Rößlein an
zu schnarchen und zu schnauben
Der Jäger dacht in seinem Mut
das Jagen das wird werden gut
Im Maien, am Reihen, sich freuen
alle Knaben und Mägdelein.

Der Jäger fand ein feines Wild
fein hurtig und geschwinde:
Es war ein schönes Weibesbild
das sich allda ließ finden
Der Jäger dacht in seinem Sinn
wo das Wild ist, da komm ich hin
Im Maien, am Reihen, sich freuen
alle Knaben und Mägdelein.

“Gott grüß euch, zartes Jungfräulein
dazu viel tugendreiche!
Was ich in diesem Wald erschleich
das mach ich mir zu eigen”
„Ach edler Jäger, Wohlgestalt
(sprach sie) ich bin in eurer Gwalt.”
Im Maien, am Reihen, sich freuen
alle Knaben und Mägdelein.

Er nahm sie bei ihrer schneeweißen Hand
nach alter Beizer Weise
Und führt sie in ihr Vaterland
Viel Glück auf ihre Reise!**
Das Glücke das ist kugelrund
es freut sich mancher rote Mund
Im Maien, am Reihen, sich freuen
alle Knaben und Mägdelein.

Text: Verfasser unbekannt (1740)
Musik: Friedrich Silcher, 1824
in: Bergliederbüchlein ca. 1740 Nr. 46. Daher mit Besserung der Schlußstrophe nach einer Handschrift vor 1640 (Leysers Nachlaß) bei Uhland 105. Mit einer von F. Reichardt komponierten Mel. bei Nicolai, Almanach I. Nr. 4, daher Kretzschmer I, 189.
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1443 “Jagdglück”)
siehe auch die ältere Textfassung von 1640

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1824)
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Anmerkungen zu "Es ritt ein Jäger wohlgemut (Jagdglück)"

Text:

  • 2, 1: Ursprünglich “Pfalzen”, für balzen, so heißt in der Jägersprache das eigenartige heißere Schreien des Auerhahns.
  • 5, 2 Beizer altd. beizaere, ein Jäger mit abgerichtetem Falken, der da macht, daß die Jagdthiere anbeißen. Sinn also: nach Jägers Art und Weise.

Nach Nicolai steht der Text im Wunderhorn I, 278. Goethe bemerkt dazu: „Zum Gesang erfreulich, im Sinne nicht besonders. Überhaupt wiederholen die Jägerlieder, vom Tone des Waldhorns gewiegt, ihre Motive so oft ohne Abwechslung, ” – u.a. in: Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen (1843)