Es jagt ein Jäger wohlgemut

Es jagt ein Jäger wohlgemut

mp3 anhören"Es jagt ein Jäger wohlgemut" zum Anhören, als Download, als Buch oder als CD bei Amazon

Es jagt ein Jäger wohlgemut
Er jagt aus frischem freien Mut
Wohl unter ein grüne Linden;
Er jagt derselben Tierlein viel
Mit seinen schnellen Winden.

Er jagt über Berg und tiefe Tal,
Unter den Stunden überall
Sein Hörnlein tät er blasen;
Sein Lieb unter einer Stauden saß
Tät auf den Jäger losen.

Er schweift sein Mantel in das Gras
Er bat sie, daß sie zu ihm saß
Mit weißen Armen umfangen:
Gehab dich wohl, mein Trösterin!
Nach dir steht mein Verlangen.

Hat uns der Reif, hat uns der:Schnee
Hat uns erfrorn den grünen Klee
Die Blümlein auf der Heiden:
Wo zwei Herzlieb beinander sein
Die zwei soll Niemand scheiden!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Text: Fliegendes Blatt Nürnberg, Kunegund Hergotin (1530): “Ein schön Lied von eynem Jäger.”
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1442 “Der Wohlgemute Jäger”)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1549)


Zweite Melodie zu "Es jagt ein Jäger wohlgemut"

Zweite Melodie zu
Fragment bei Schmeltzel, 1544, Quodlibet 19

Anmerkungen zu "Es jagt ein Jäger wohlgemut"

Text:

  • 2, 4: Staude, Strauch, Gebüsch
  • 2, 5 Losen, aufmerksam horchen, lauschen
  • 4, 2 Erfrören, erfrieren machen

Zur Wunderhorn-Fassung dieses Liedes bemerkt Goethe: „Gut, aber nicht vorzüglich”.
Eine moderne Umbildung ist das Jägerlied in Wunderhorn I, 147 (a. A. 141):

Es ist kein Jäger, er hat ein Schuß
Viel hundert Schrot auf einen Kuß
Feins Liebchen, dich ruhig stelle!
Und willst du meinem Kuß nicht stehn
So küßt dich mein Geselle. (5 Str.)
Dazu bemerkt Goethe. „Seltsam, tragisch, zum Grund ein treffliches Motiv.”

"Es jagt ein Jäger wohlgemut" in diesen Liederbüchern

in: Frankfurter Liederbuch (Ambraser Liederbuch) 1582 Nr. 113. — Erfurter 114. — Forster III, 1549.  Nr. 72. —  In Rewber’s 68 Liedern (1549) Nr. 26. — Später bei Forster Ausgabe 1552 noch Zusatz. — Altdeutsches Liederbuch. 441. —  Uhland Nr. 101. — Wunderhorn I, 350 (a . A. 303.) „Gut, aber nicht vorzüglich”. Goethe.

in — Deutsches Lautenlied (1914) —