Zu Straßburg auf der langen Brück

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Zu Strassburg auf der langen Brück
da stand ich eines Tags
nach Süden wandt ich meinen Blick
in grauem Nebel lag´s
Da dacht´ ich mir: Dahinter
liegt in wunderbarem Reiz
mit seinen Almen, seinen Höh´n
dein Vaterland, die Schweiz

Und wie ich´s dacht, und wie ich’s sann
da zog ein Knab’ vorbei,
der blies in’s traute Alpenhorn
der Heimat Melodei.
Da ward mir’s kalt, da ward mir’s warm
rasch sprang ich in die Flut,
hinauf den Rhein mit starkem Arm
schwamm ich in frischem Mut

Hätt’ mich nicht der Sergeant gesehn
da hätt’ es keine Not;
jetzt haben sie mich eingebracht
und schiessen heut’ mich tot.
O liebe Herren, glaubt mir dies
mich zog ein süsser Ton;
der Knabe, der das Alphorn blies
der trägt die Schuld davon

Nun führt hinaus mich vor das Tor
und messt die fünfzehn Schritt’
und schiesset wacker, doch zuvor
gewährt mir eine Bitt’:
Blast mir das Alphorn noch einmal
in wunderbarem Reiz
und darin grüsst mir vieltausendmal
mein Heimatland, die Schweiz

Text: Salomon H. Mosenthal , vor 1847 (1821-1877) nach der Umdichtung eines älteren Deserteur-Volksliedes in Des Knaben Wunderhorn, welche 1835 durch eine Silcher-Vertonung für Männerchöre sehr populär wurde: Zu Straßburg auf der Schanz
Musik: Verfasser unbekannt , mündlich überliefert

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1847)
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u.a. in: Gesellenfreud (1913) — Berg Frei (1919) — Wie´s klingt und singt (1936) —