Kerner (Justinus Kerner)

8 Lieder von Kerner (Justinus Kerner)

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Der Tag beginnt die Nacht vergeht (1818)

Der Tag beginnt die Nacht vergeht die Sonn aus Wolken aufersteht ein Morgenrot bricht aus der Nacht Ihr lieben Bürger, seid munter und wacht und lobet Gott in der Höhe Aus Königs Brust der Tag anbricht die Herrenschar erträgt ihn nicht sie schreit: “Zu was soll er taugen? er sticht und brennt in den Augen” Und Öffentlichkeit und Heimlichkeit rüsten sich gegeneinander

Nachtwächter-Lieder | Politische Lieder | Liederzeit: , | 1818


Dort unten in der Mühle

Dort unten in der Mühle saß ich in süsser Ruh und sah dem Räderspiele und sah den Wassern zu Sah zu der bangen Säge es war mir wie ein Traum, die bahnte lange Wege in einen Tannenbaum Die Tanne war wie lebend in Trauermelodie durch alle Fasern bebend sang diese Worte sie “Du kehrst zur rechten Stunde o Wanderer, hier

Trauerlieder | Liederzeit: | | 1830


Geh ich einsam durch die schwarzen Gassen

Geh´ ich einsam durch die schwarzen Gassen schweigt die Stadt, als wär´ sie unbewohnt, aus der Ferne rauschen nur die Wasser und am Himmel zieht der bleiche Mond. Bleib’ ich lang vor jenem Hause stehen drin das liebe, liebe Liebchen wohnt, weiss nicht, dass sein Treuer ferne ziehet stumm und harmvoll wie der bleiche Mond. Breit’ ich lange sehnend meine

Abschiedslieder | Liebeskummer | Liederzeit: | 1860


O Tübingen du teure Stadt!

O Tübingen, du teure Stadt!bin deiner Weisheit voll und satt!Ade, ihr alten Mauern!Aus ist es mit dem Trauern!Und aus wohl mit dem blanken Gelddoch in der weiten, freien Weltlebt stets der Bursche munter.Juchei, ins Tal hinunterJuchei, ins Tal hinunter Der Neckar rauscht, die Sonn nicht stehtder Wind von Wolk zu Wolke weht,und Storch und Reiter fliegenjuchei! in langen Zügen.O Erde!

Wanderlieder | | | 2006


Preisend mit viel schönen Reden

Preisend mit viel schönen Reden ihrer Länder Wert und Zahl saßen viele deutsche Fürsten einst zu Worms im Kaisersaal “Herrlich”, sprach der Fürst von Sachsen “ist mein Land und seine Macht Silber hegen seine Berge wohl in manchem tiefen Schacht.” “Seht mein Land in üpp´ger Fülle” sprach der Kurfürst von dem Rhein “goldne Saaten in den Tälern auf den Bergen

Deutschlandlieder | Liederzeit: , | | 1818


Schwert kehr zurück in deine Scheide (Lied eines wandernden Polen)

Schwert kehr zurück in deine Scheide fahr wohl! verlornes Vaterhaus muß ziehn im blutbekränzten Kleide ein Bettler in die Welt hinaus Noch eine Hand voll Erde reiche du vaterländ´scher Boden mir Dann wend ich das Gesicht, das bleiche vom Schauer, der nun über dir Hinaus, hinaus in weite Ferne in welches Land mir nicht bewußt. vertrockne, Tau der Augensterne versteinre,

Heimatlieder | Politische Lieder | Liederzeit: | | 1830


Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein

Wohl auf noch getrunken den funkelnden Wein! Ade nun, ihr Lieben, geschieden muß sein Ade nun ihr Berge, du väterlich Haus Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera Die Sonne, sie bleibet am Himmel nicht stehn: Es treibt sie durch Länder und Meere zu gehn. Die Woge nicht hastet am einsamen Strand, die Stürme sie brausen

Abschiedslieder | Studentenlieder | Wanderlieder | Liederzeit: | 1809


Zu Augsburg steht ein hohes Haus

Zu Augsburg steht ein hohes Haus nah bei dem alten Dom, da tritt an hellem Morgen aus ein Mägdelein gar fromm; Gesang erschallt zum Dome wallt die liebe Gestalt Dort, vor Mariä heilig Bild sie betend niederkniet, der Himmel hat ihr Herz erfüllt und alle Wahrheit flieht: “O Jungfrau rein! Lass mich allein! dein eigen sein!” Alsbald der Glocke dumpfer

Liebeskummer | Marienlieder | Liederzeit: | | 1860