Gedichte

Gedichte: Ausgewählte Gedichte aus allen Jahrhunderten, Als der Großvater die Großmutter nahm, frühe Kindergedichte, Gedichte von der Liebe, Naturgedichte


mp3 anhören CD buch

Ach Gott sprach Hans (Der gelehrige Bauer)

Ach Gott sprach Hans, ein Bauerssohn zu einem lustigen Patron ach Gott mir kräuselt´s in den Haaren ich soll, ich soll — nun was denn, sprich ach Gott ich soll Franzosen fahren und diese Herrn verstehn nicht mich und ich versteh nicht ihre Sprache Das ist wohl eine rechte Plage versetzt der andre, folg nur mir: Wenn einer der Franzosen

Liederzeit: | 1813


Alles schläft (Als Mariane am Klavier sang)

Alles schläft! Nur silbern schallet Marianens Stimme noch! Gott, von welcher Regung wallet Mein gepreßter Busen hoch! Zwischen Wonn und bangem Schmerz Schwankt mein liebekrankes Herz Schwind, o Erde! Laß mich fliegen Zu des Hochgelobten Thron; Mich mit ihr im Staube liegen Seufzen mit in ihren Ton Gott, du hörst es, was sie fleht; Acht auch mit auf mein Gebet

Liederzeit: | 1775


Als aus den mütterlichen Händen (Die Schöpfung)

Als aus den mütterlichen Händen der allerschaffenden Natur nach seiner Sonne sich zu wenden der Stern den wir bewohnen fuhr da schifften, unsrer kleinen Sphäre den schönsten Reiz noch zu verleihn auf ihr sich holder Wesen Chöre am Quell des Lichts geboren, ein Da sank die schön belockte Freude die Hoffnung mit dem Zauberstab die Unschuld in dem weißen Kleide

Liederzeit: | | 1784


Auf eines Müllers Hofe (Die Bauernmagd)

Auf eines Müllers Hofe hatte sich bei Nacht Ein angeschlossner Hund von seiner Kette Einst losgerissen. Durch den Lärm erwacht Der Herr und ruft die Magd. Die springt schnell aus dem Bette Und eilt halb nackt hinaus den Hund An seine Kette wieder anzulegen Doch vor der Türe springt er wütend ihr entgegen Und beißt an Arm und Fuß sie

Liederzeit: | 1797


Ausgelitten hast du – ausgerungen (Lotte bei Werthers Grabe)

Ausgelitten hast du – ausgerungen Armer Jüngling, deinen Todesstreit Abgeblutet die Beleidigungen, Und gebüßt für deine Zärtlichkeit! O warum – O! daß ich dir gefallen! Hätte nie mein Auge dich erblickt, Hätte nimmer von den Mädchen allen Das verlobte Mädchen dich entzückt Jede Freude, meinen Seelen Friede Ist dahin, auch ohne Wiederkehr! Ruh und Glücke sind von mir geschieden, Und

Liederzeit: | 1775


Begleitet von zwei treuen Hunden (Die treuen Hunde)

Joseph Friedrich Engelschall Begleitet von zwei treuen Hunden,ging Schnell, ein Fleischer, über Land Schon waren ihm nach wenig Stundendie Türme seiner Stadt verschwunden,als in dem Wald, durch den der Weg sind wand,ein Mann mit Knotenstock – im Blickemehr tiefen Gram als Herzenstücke –bescheidend flehend vor ihm stand:Freund nur ein kleines einem Armen,Gott näher bringt dich das Erbarmen Schnell wendet sich

| 2011


Beglückt beglückt wer dich erblickt

Beglückt, beglückt, wer dich erblickt Und deinen Himmel trinket Wem dein Gesicht, voll Engellicht Den Gruß des Friedens winket Ein süßer Blick, ein Wink, ein Nick, Reißt mich zur Himmelssphäre; Den ganzen Tag sinn ich ihm nach, Und baue dir Altäre Dein liebes Bild, so sanft, so mild, Führt mich an goldner Kette Erwachet warm in meinem Arm, Und geht

Liederzeit: | 1776


Beglückt beglückt wer die Geliebte findet

Beglückt, beglückt, wer die Geliebte findet, Die seinen Jugendtraum begrüßt Wenn Arm um Arm, und Geist um Geist sich windet Und Seel’ in Seele sich ergießt Die Liebe macht zum Goldpalast die Hütte Streut auf die Wildnis Tanz und Spiel Enthüllet uns der Gottheit leise Tritte Gibt uns des Himmels Vorgefühl Sie macht das Herz der Schwermut frühlingsheiter Sie bettet

Liederzeit: | 1776


Beim Graben einer Grube sah (Die zwei Totenköpfe)

Beim Graben einer Grube sah Ein Totenkopf den anderen liegen Und rief: »Wer bist du, der so nah Sich darf zu meiner Gruft verfügen?« »Ich war«, sprach der, »ein Ruderknecht, Aß schwarzes Brot, trank aus den Flüssen, Schlief auf der Erde, lebte schlecht, An Schuhn und Kleidern abgerissen: Bis der erwünschte Tod mich fand, Den ich oft inniglich begehret, Der

| 1800


Da liegen sie die stolzen Fürstentrümmer (Die Fürstengruft)

Da liegen sie, die stolzen Fürstentrümmer, Ehmals die Götzen ihrer Welt! Da liegen sie, vom fürchterlichen Schimmer Des blassen Tags erhellt! Die alten Särge leuchten in der dunklen Verwesungsgruft, wie faules Holz; Wie matt die großen Silberschilde funkeln, Der Fürsten letzter Stolz! Entsetzen packt den Wandrer hier am Haare, geußt Schauer über seine Haut, Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Bahre,

Liederzeit: | 1780



Meistgelesen in: Gedichte