Der Mai der Mai der lustige Mai

Maientanz aus dem Siebengebirge

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Der Mai der Mai der lustige Mai

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Der Mai, der Mai, der lustige Mai
der kommt heran gerauschet
Ich ging in den Busch und brach mir einen Mai
der Mai und der war grüne
Faldera, vidubbe dubbe dub
der Mai und der war grü > ne.

Ich ging vor Herzliebchens Fenster stehn.
Ich redt mit falscher Zunge
Herzlieb, steh auf und laß mich ein
Ich bringe dir den Mai von Grüne

Der Mai, den du mir bringen willst
Den laß du mir da draußen
So setz ihn auf die weite, breite Straß
So wird er nicht erfrieren

Ich setz ihn nicht auf die weite, breite Straß
Lieber wollt ich ihn begraben
So soll das Grab auf ein ander Jahr
Drei Rosen und eine Lilie tragen.

Trägt das Grab keine Rosen mehr
So trägt es Mandelkerne
Und wer ein fein Herzliebchen hat
Der siehts von Herzen gerne

Zu Rheindorf steht ein neues Haus
Das ist gedeckt mit Leien
Da kommt alle Morgen mein Liebchen heraus
Braun Nägelein (?) sind ihre Kleider.

Sind sie nicht braun Nägelein
So sind sie rot Scharlachen
Und wer ein fein Herzliebchen hat
Der kann wohl herzlich lachen

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Aus Rheindorf, 1847 (Simrock Volkslieder Nr. 108.)
daher in: Deutscher Liederhort II (1895, Nr. 962)

Anmerkungen zu "Der Mai der Mai der lustige Mai"

Dasselbe Lied im Dialekt bei Firmenich. Germaniens Völkerstimmen III, 519, aufgeschrieben vom Lehrer Wacker aus Köln (mit zwei weiteren Maienliedern, Liederhort Nr. 963 und Nr. 964. Böhme schreibt: „Mit Mühe gelang es ihm, aus dem Munde der Mädchen drei solcher Lieder, womit der Mai begrüßt zu werden pflegt, niederzuschreiben.). Wacker bemerkt zu diesem Lied:

„Im Jahr 1847 wurde ich im Dorfe Hemmerich an einem schönen Maisonntage angenehm überrascht, als ich auf einem freien Platze die Mädchen des Dorfes um einen frischbelaubten Maibaum (Buchenbusch), den eine in ihrer Mitte hielt, einen Kreis schließen sah, und, indem sie mit ineinandergeschlossenen Händen im Kreise herum gingen, eine Reihe von Liedern absingen hörte, die ganz den Charakter der alten gemütlichen Volksweisen trugen.“

Dieser „Maientanz aus dem Siebengebirge“ textlich stark verkürzt und in „kindgerechter“ Form mit der ersten, aber anderen zweiten Strophe auch in Der Spielmann (1914, 1947) — Wander-Liederbuch (1927) — Singen und Klingen (1950). Der Text lautet dort:

Der Mai, der Mai, der lustige Mai
der kommt herangerauschet
Ich ging wohl in den Busch
und brach mir einen Mai
Der Mai und der war grüne
Tra la la, tra la la la la la,
Der Mai und der war grüne

Der Mai, der Mai, der lustige Mai
erfreuet jedes Herze.
Ich spring in dem Reih´n
und freue mich dabei
und sing und spring und scherze.
Tra la la, tra la la la la la,
und sing und spring und scherze.

Die Sammlung „Der Spielmann“ bringt auch zwei Strophen der Orginalversion (mit Verweis auf die Lorelei, wegen Schieferdach) :

Zu Rheindorf steht ein neues Haus
das ist gedeckt mit Leien (Schieferfels)
da kommt alle Morgen mein Liebchen heraus
braun Nägelein sind ihre Kleider

Und sind sie nicht braun Nägelein
und sind sie rot Scharlachen
und wer ein fein Herzliebchen hat
der kann wohl herzlich lachen

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