Wer so ein faules Gretchen hat

Wer so ein faules Gretchen hat

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Wer so ein faules Gretchen hat
Wie kann der lustig sein?
Sie schläft ja alle Morgen, Morgen
Bis daß die Sonne scheint

Der Vater aus dem Walde kam
Das Gretchen, das schläft noch
Schlaf du zum tausend Teufel, Teufel,
Der Hirt ist schon im Wald
Die Kuh steht noch im Stall

Das Gretchen aus dem Bett raus sprang
Den Rock nahm sie zur Hand
Und fing dann an zu melken, melken,
Mit ungewasch´nen Händen
Ist das nicht eine Schand?

Und als sie die Kuh  gemolken hat
brav Wasser schütt sie zu
Sie zeigt sie ihrem Vater, Vater
„Soviel Milch gibt unsre Kuh
das macht die lange Ruh“

Sie nahm ein Reißlein in die Hand
und trieb ihr Kühlein nach
sie tät das Kühlein treiben
bis in den grünen Wald
wo sie den Hirten fand

Ach, Hirte, lieber Hirte mein
Was hab ich dir getan
Daß ich muß alle Morgen, Morgen
Treiben mein Kühlein nach
Ist das nicht eine Schmach?

Wenn du mir gibst die Buttermilch
Wie andre Leute auch
So will ich alle Morgen, Morgen
Pfeifen vor deiner Tür:
Faules Gretchen, komm herfür

Ich gebe dir die Buttermilch
ein Küßchen auch dazu
wenn du tust alle Morgen, Morgen
Pfeifen, singen und blasen
„Schöns Gretchen, komm herfür!“

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1556 „Das faule Gretchen“)
Die Melodie aus der Wetterau. (Noch 1880 gesungen in Langsdorf)
–>> vergleiche auch die etwas andere Fassung, die Louis Pinck etwa 1920 in Lothringen aufzeichnete .

Liederthema: , ,
Liederzeit: (1544)

Region: , ,


Anmerkungen zu "Wer so ein faules Gretchen hat"

Auch ähnlich mit 3 andern Melodien aus dem Brandenburgischen und Pommern: Erk II. 4/5 Nr. 67, 68 und 69. Daselbst I. 3, Nr. 73. Ferner Münstersche Geschichte 1838, S. 216. Stöber. Elsässer Volksbüchlein 1842, S. 86. Und sonst vielfach gedruckt, aber meist unvollständig: Meinert 187. Meier 272. Pröhle Nr. 69. Simrock Nr. 264. Ditfurth II. 368. Mittler 1027. Schmitz S. 162. Kretzschmer II. 290. Peter 298. — Die heitere Schlußstrophe ist dem Brandenburger Text entnommen; sie fehlt gewöhnlich. – Dieses Kuhhirtenlied war schon im 16, Jahrhundert bekannt, denn ein Fragment daraus steht in Schmeltzel’s Quodlibet Nr. 8 (1544) und lautet: „Da sie die Kuh gemolken hat, da goß sie Wasser zu“

Das faule Gretchen - 1544