Der sich ein faules Gretchen nimmt

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Der sich ein faules Gretchen nimmt
der kann ja lustig sein?
Sie schläft ja alle Morgen, Morgen,
Bis die Sonn am Himmel scheint
und der Hirt ist schon im Wald

Und als der Vater nach Hause kam
´s faul Gretchen schlief als noch
So schlaf in tausend Teufel, Teufel,
Unser Kuh steht noch im Stall
Und der Hirt ist schon im Wald.

´s faul Gretchen sprang zum Bett heraus
sein Röcklein zog es an
Sie geht das Küchen melken, melken
Mit einer ungewasch´nen Hand
Ist das nit den Weibern eine Schand?

Und als die Milch gemolken war
brav Wasser schütt sie hinein
sie geht zu ihrem Vater, Vater:
Seht was Milch gibt unser Kuh,
tut das nicht die Morgenruh

Und als die Milche geseiet war
nahm sie die Peitsch in die Hand
sie tut ihr Kühchen treiben, treiben
bis vor den Wald, bis vor den Wald
wo der Hirt sich aufenthalt

Guten Morgen Vetter Hirtemann
Was habt ihr mir getan
Daß ihr nicht kommt blasen, blasen
vor meiner Tür vor meiner Tür
daß mein Kühchen tritt herfür

Ei gib mir Milch Käs und Butter
Wie andre Weiber all
So komm ich dir auch blasen, blasen
vor deiner Tür , vor deiner Tür:
Faules Gretchen, tret herfür!

Ich will dir geben dir Buttermilch
Wie andre Leute auch.
So sollst du alle Morgen, Morgen,
Pfeifen, singen und blasen:
Schöns Gretchen, komm herfür!

Wer so ein faules Gretchen hat

Text und Musik: anonym – in: Verklingende Weisen I – Volkslieder aus Lothringen (1926)
„Vorgesungen von Papa Gerné , der es von einem bayrischen Musikanten hatte. Die Gebenhausener Burschen sangen das Lied gerne, um die Mädchen zu necken, wobei sie statt Gretchen den Namen des betreffenden Mädchens setzten. Melodie aufgenommen von Cl. Weber am 20. April 1918.“
Vergleiche auch die leicht andere Version vom Faulen Gretchen mit anderem Schluß

Liederthema: ,
Liederzeit: (1891)

Region:


Anmerkungen zu "Der sich ein faules Gretchen nimmt"

Wer so ein faules Gretcheu hat,
:|: Wie Kann der lustig sein? :|:
Sie schläft ja alle Morgen, Morgen,
bis die liebe Sonne scheint
Und der Hirt zu Felde treibt.

Der Vater aus dem Holze Kam,
Das Gretchen, das schlief noch.
Schlaf du für ’n tausend Teufelt, Teufel,
bis die liebe Sonne scheint
und der Hirt zu Felde treibt!

Das Gretcheu aus dem Bette sprang,
:j: Das Röcklein in der Hand;
Sie tat das Kühchen melken, melken
Mit einer ungewasch’nen Hand,
Ist das nicht ’ne wahre Schand‘

Und als die Kuh gemolken war,
:i: Da goß sie Wasser zu.
Sie zeigt es ihrem Vater, Vater:
Sieh‘, so viel Milch gibt uns’re Kuh,
Macht das nicht die lange Ruh!

Dies Schelmenlied von dem faulen, schlauen Gretchen, das gewiß auch in anderen Gegenden Deutschlands verbreitet ist, wird von den Kindern einfach im Kreise gesungen
in Kasseler Kinderliedchen (1891, Nr. 232)