Seht wie die Sonne dort sinket

Volkslieder » Bauernlieder

Seht wie die Sonne dort sinket

Seht, wie die Sonne dort sinket
hinter die Berge hinein
Seht wie die Ruhe uns winket
ziehen wir fröhlich jetzt heim

Hört ihr die Glocke
sie läutet zur Ruh
Läute, o läute nur zu
Läute, zur seligen Ruh

Hört ihr das Blöken der Lämmer
seht wie die Lüfte schon weh’n
Mählich fängt’s an zu dämmern
Lasset zur Heimat uns geh’n

Hört ihr die Glocke
sie läutet zur Ruh
Läute, o läute nur zu
Läute, zur seligen Ruh

Dörfchen, sei uns willkommen
Heut´ ist die Arbeit vollbracht
Freundlich sind wir aufgenommen
wo uns die Gabe gebracht

Hört ihr die Glocke
sie läutet zur Ruh
Läute, o läute nur zu
Läute, o läute nur zu

Setzt euch zu Tische und leeret
die Becher vom herrlichen Wein
Danket dem Geber und ehret
Die Gaben sind doch nicht so klein

Text und Musik: Verfasser unbekannt, 1840 aus dem Elsaß
in Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

Böhme schreibt dazu: „Ich halte dieses Lied für einen Gesang zum Feierabend der vom Felde heimgehenden
Schnitter und vielleicht gar, wie die Gaben und Zecherworte andeuten, beim „Erntekranz gesungen (?). Die 5. Strophe (nur in der schlesischen Lesart vorhanden) ist störender Zusatz. Jedenfalls ist das Lied bestimmt, im Freien gesungen zu werden. — Um 1840 war gleichzeitig das Lied in Schlesien, Thüringen und dem Elsaß vorhanden und mag etwas älter sein. Am Rhein und in Norddeutschland kennt man es nicht.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1840)
Schlagwort: |
Region: ,

Anmerkungen zu "Seht wie die Sonne dort sinket"

Textvariante aus Grabig in Schlesien (1842)

  • 1.2: -….   hinter den Bergen im Hain, und wie die Ruhe schon winket, zieht nur fröhlich daheim
  • 2.2 … und wie sich die Lüftchen schon weh’n, Hurtig, es fängt an zu dämmern, Laßt schnell zur Heimat uns geh’n
  • 3.4 … der uns die Gaben gebracht
  • 4.2 die Gläser mit perlendem Wein. Danket dem Schöpfer und ehret, Die Gaben sind gar nicht klein

Eine weitere, vermutlich später hinzu gedichtete Strophe:

Schlummert in süßen Träumen
bis euch der Hahnenruf klingt
und herrlich in buschigen Hainen
die Lerche ihr Morgenlied singt

Drum läute o Glöcklein
o läute zur Ruh
Läute o läute nur zu
läute o läute nur zu

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