Tagelieder


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Der Mond der scheint so helle

Der Mond der scheint so helle Zu Liebes Fensterlein ein: Wo nun zwei Lieb beieinander sind Die scheiden sich bald von hier! Der Wächter an der Zinnen stand Hub an ein Lied und sang; “Du sollst zu meinem Herren kommen Und mach ihm die Weile nicht lang!” “Zu deinem Herren komm ich nicht Er ist mir ja nicht hold; Ich

| 1900


Der Nachtwächter auf dem Turme saß (1918, Lothringen)

Der Nachtwächter auf dem Turme saß Seine Stimme lässt er hören Steht nur auf, steht nur auf denn es Zeit Und wer noch bei seiner Herzliebsten leit der Tag fängt schon an zu grauen Das Mädchen aus seim Bette, Bette sprang Den Tag wollt sie beschauen “Bleib nur liegen, herztausig schönster Schatz Denn es ist fürwahr noch lang, noch lang nit Tag Der

Liederzeit: | , | 1918


Derweil ich schafend lag

Derweil ich schlafend lag ein Stündlein wohl vor Tag sang vor dem Fenster auf dem Baum ein Schwälblein mir, man hört es kaum ein Stündlein wohl vor Tag “Hör an was ich dir sag Dein Schätzlein ich verklag Derweil ich dieses singen tu herzt er ein Lieb in guter Ruh ein Stündlein wohl vor Tag.” O weh! nicht weiter sag

Liederzeit: | 1838


Des Abends in der Stille verschliess ich meine Tür

Des Abends in der Stille verschliess ich meine Tür mit einem Gerstenhälmchen verschliess ich meine Tür Verschliess sie nicht so fest die Tür Feinsliebster steht dafür Hint die Nacht muß ich bei dir schlafen in deinem Federbett Die Nacht bei mir zu schlafen das kann und darf nicht sein Ei so muß ich draußen im Garten auf kühler Erde stehn

Liederzeit: | 1933


Dunkel ist schon jedes Fenster alles still und stumm

(Ständchensänger:) Dunkel ist schon jedes Fenster alles still und stumm Nur Verliebte und Gespenster schleichen noch herum Horch der zwölfte Schlag erschallet dumpf in meinem Ohr und das Heer der Geister wallet aus dem Grab hervor (Nachtwächter:) Je wat sliekt da vor den Döhren Eck mot näher gahn denn ick kann das frousche Köhren hier nicht half verstahn (Ständchensänger:) Kalte

Liederzeit: | 1883


Ein junger Knab gassaten ging (1582)

Ein junger Knab gassaten ging wohl um der Jungfern willen Er ging vor ihr Schlafkämmerlein Steh auf mein Schatz und laß mich ein ich hab schon lang gestanden Hast du schon lang gestanden hier rein darf ich dich nicht lassen doch schwörest du mir sieben Eid daß dich Niemand gesehen hat so will ich rein dich lassen Die sieben Eid

Liederzeit: | , | 1582


Ein Wächter gut in seiner Hut

Ein Wächter gut in seiner Hut ruft an den lieben Morgen wo Lieb bei Lieb in Venus üb beiliegen ohne Sorgen Die sehen auf, verlaßt den Schlauf daß ihr nicht kommt in Leiden Die Nacht, die weicht, der Tag herleucht will Lieb von Liebe scheiden Ein Buhl erhort des Wächters Wort erschrak fast sehr von Herzen daß er nicht mehr

Liederzeit: | 1539


Es blaset ein Jäger wohl in sein Horn

Es blaset ein Jäger wohl in sein Horn er blaset das Wilper wohl au es das Korn fiderallala fiderallala wohl au es das Korn Wohl aues das Korn in den grünen Wald hinein da begegnet ihm ein´m Edelmann schönes Töchterlein “Ei bist du dem Edelmann sein Töchterlein so führ mich in deine Schlafkämmerlein” “In deines Schlafkämmerlein da setz ich mein

Liederzeit: | 1926


Es bricht die dunkle Nacht herein

Es bricht die dunkle Nacht herein Wenn alle Leute schlafen ein Und alle Leute gehn zur Ruh schließen ihre Augen zu Wer steht da drauß und klopfet an Der mich so leis aufwecken kann? Es ist der Herzallerliebste dein. Schatz steh auf, lasse mich herein. Ich steh nicht auf, lasse dich nicht herein Bis Vater und Mutter schlafen sein Der

Liederzeit: | 1910


Es ging ein Knäblein sachte (Der tote Freier)

Es ging ein Knäblein sachte wohl an das Fensterlein: “Schön´s Lieb bist du darinnen? Steh auf und laß mich ein!” “Ich kann mit dir wol sprechen, einlassen darf ich dich nicht: bin schon mit einem versprochen, kein Andern mag ich nicht.” “Mit dem du bist versprochen, schöns Liebchen, das bin ich; reich mir dein schneeweiß Händelein, vielleicht erkennst du mich.”

Liederzeit: | 1890



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Tagelieder, mhd tageliet, tagewîse, sind eine beliebte Gattung der höfischen Lyrik sowohl in der französischen als in der deutschen Litteratur. Sie bestehen aus einem an den Anbruch des Morgens, den Aufgang des Morgensternes anknüpfenden Gespräch zwischen dem Geliebten und der Geliebten, worin die wehmütige Empfindung des nötig gewordenen Scheidens zum lyrischen Ausdrucke kommt. Die Situation ist ursprünglich ohne Zweifel die

Alte niederdeutsche Volkslieder

Alte Niederdeutsche Volkslieder mit ihren Weisen – gesammelt und mit Anmerkungen versehen von Paul Alpers – erschien erstmals 1924. Eine zweite , stark veränderte Auflage, erschien dann 1960 im Aschendorff Verlag in Münster , mit “Beihilfen des Niedersächsischen Kultusministeriums und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.” Das Buch ist unterteilt in Alte Heldenlieder , Balladen, Historische Lieder, Liebesabenteuer, Tagelieder, Liebeslieder, Tanzlieder, Allerlei Volk,

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