Wach auf, wach auf! Mit heller Stimm

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Wach auf, wach auf! Mit heller Stimm

Wach auf, wach auf! Mit heller Stimm
hub an ein Wächter gute
Wo zwei Herzlieb beinander sind
die halten sich in Hute
daß ihn’n kein Arges widerfahr
und ihr Sach nit mißlinge

Der Knab, der war entschlafen gar
und schlief wohl also süße
Die Jungfrau aber weise war
weckt ihn mit einem Kusse
Sie küßt ihn freundlich auf sein’n Mund
Jetzt geht es an ein Scheiden

Und der uns scheidt, das tut der Tod
der scheidt uns also harte
Er scheidet manches Mündlein rot
dazu mein Buhlen zarte
O reicher Gott, durch deine Güt
wie scheidest uns so harte

Der Knab wohl auf sein Rößlein sprang
er ritt gar bald von dannen
Die Jungfrau sah ihn nach hintan
groß Leid war ihr zuhanden
Reitst du hinweg, spar Gott dich g’sund
Mein Herz tut nach dir langen

Text: Heidelberger Handschrift des 16. Jahrhunderts
Musik: in: Reuterliedlein und Gassenhauerlin“ (1535)
in Der Spielmann (1914)

Liederthema:
Liederzeit: vor 1535 : Zeitraum:

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Abweichungen im Text

  • hintan = hinterdrein
  • zuhanden = bei der Hand, sogleich
  • spar = erhalte, bewahre