Wenn grün die Eichen stehen auf bunten Fluren

Wenn grün die Eichen stehen auf bunten Fluren

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Wenn grün die Eichen stehen auf bunten Fluren
man an des Schöpfers Dingen sich erfreut
dann steh ich hier in Tränen tief versunken
und denke an die längt entschwundne Zeit

Wir liebten uns, wie Engelein sich lieben
wir kannten keine Trauer keinen Schmerz
Ich dachte nur an Wilhelm, den Geliebten
an Wilhelm hing, ja hing mein ganzes Herz

Dann zog er fort in Krieg und in Gefahren
lies mich zurück in stiller Einsamkeit
hin schwanden ach so viele, viele Jahre
ich hatte nichts mehr, nichts mehr, das mich freut

Doch eines Tags kam schreckliche Nachricht
von meinem Wilhelm, ach, dass er sei tot
Nach einer Schlacht, da fand man seine Leiche
das war die Kunde, welche man mir bot

Da kam Robert, der längst um mich geworben
doch Robert lieben, ach, das konnt ich nicht
mit Wilhelm war die Lieb dahin gestorben
an Robert band mich nun die kalte Pflicht

Einstmals saß ich vor meiner Eltern Hause
hielt meinen Erstgebornen auf dem Schoß
da kam ein stolzer Reitersmann geritten
Wilhelm wars, geschmückt und hoch zu Roß

„Wilhelm Wilhelm, wo warts du denn gewesen?
Hätt’st du geschrieben, wär ich heut noch dein.
Wilhelm Wilhelm, so gib dich nun zufrieden
Ich gehöre Robert, anders darfs nicht sein!“


Schön wars
Alle Leute haben geweint
Nur eine alte Frau
hat gelacht

Text: Das Lied geht zurück auf „Wenn heim die Herden sind von ihren Weiden (Jenny)“, 1804 von Christoph August Tiedge nach dem Gedicht „Auld Robin Fray“, das Anne Lindsay  1772 im Alter von 22 Jahren schrieb.
Musik: Verfasser unbekannt

Diese Fassung in: Der Pott (1935, 1942)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: , ,
Liederzeit: , (1935)



Anmerkungen zu "Wenn grün die Eichen stehen auf bunten Fluren"

Verkürzte Fassung, die in anderen Gebrauchsliederbüchern abgedruckt ist:

Wenn grün die Eichen stehen auf den Fluren
und alles freuet sich der schönen Zeit,
muss Wilhelm fort in fremde Länder reisen,
muss Wilhelm fort und fort muss er von hier.

Er zog hinaus zum blutigen Gefechte,
er zog hinaus und kam auch nimmermehr.
In einer Schlacht, da fand man seine Leiche:
So laut’t die Botschaft, die man trug daher.

Wir liebten uns auf immer und auf ewig.
Wir liebten uns getreu bis in den Tod
Wir liebten uns, wie sich zwei Kinder lieben.
Sein Herz war mein und ich auf ewig sein.

Einstmals saß ich vor meiner Eltern Türe,
war ganz betrübt und weint‘ gar jammervoll,
da kam ein schöner Herr daher gegangen,
mein Wilhelm war’s, es war sein Wuchs, sein Gang.

„O Wilhelm mein, wo bist du denn geblieben?
Hätt’st du geschrieben, wär ich jetzt noch dein.
O Wilhelm, warum hast du nicht geschrieben?
Rudolf ist mein und ich auf ewig sein!“