Wenn heim die Herden sind von ihren Weiden (Jenny)

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Wenn heim die Herden sind von ihren Weiden
und sich die Welt in süßen Träumen wiegt
dann wein ich noch, verhüllend stille Leiden
indes bei mir mein guter Robert liegt

Er ist so gut Ach könnt ich ihn nur lieben
Du Wilhelm bist gefährlich meiner Pflicht
Bist tief im Herzen mir zurück geblieben
Vergessen sollt ich dich und kann es nicht

Zu liebevoll kam Wilhelm mir entgegen
Mein Herz gab willig seinen Wünschen nach
Er warb um mich und meiner Eltern Segen
Er arm ich arm und meine Eltern schwach

Er ging ein kleines Glück sich zu erwerben
Um mir und meinen Eltern es zu weihn
Sein letztes Wort war Jenny sollt ich sterben
So denke mein Zu oft nur denk ich sein

Er ging zur See und wie vom Tod umfangen
Versank mein Geist in tiefe Finsterniß
Mein Los war hart und meine Eltern rangen
Mit Dürftigkeit die mir das Herz zerriß

So harrt ich still der süßen Hoffnung pflegend
Fern blieb die Hülfe näher drang die Not
Und endlich kam aus einer fernen Gegend
Ein Unglückswort verkündend Wilhelms Tod

Mich traf dies Wort wie schnelles Blitzgeschmetter
Und als die Zukunft drohend vor mir stand
Da bot sich Robert an zu unserm Retter
Und bat zum Lohn dafür um meine Hand

Wohl hatte Robert meinen Dank erworben
Ich gab ihm meine Hand nur Liebe nicht
Die Liebe war mit Wilhelm mir entstorben
An Robert knüpfte mich die kalte Pflicht

Mir war’s als ob ich aus dem Leben schiede
Doch barg ich tief im Innern meinen Gram
Aus meinen Blicken sprach der heitre Friede
Der nie zu meinem Herzen wieder kam

Ach Wilhelm war der Traum in meinem Schlummer
Auch dieser Trost wie oft entfloh er mir
Einst saß ich tief versenkt in meinen Kummer
Im Abendlicht vor meiner Hüttentür

Es kam ein junger Mann daher gegangen
Ach Wilhelm war’s er war’s an Wuchs und Gang
Ein Flammenfeuer brannt auf meinen Wangen
Mir schlug das Herz das mit dem Schrecken rang

Er nahte sich Was sollt ich jetzt beginnen
Entfliehn wollt ich vor seinem Angesicht
Ein Aufruhr war in allen meinen Sinnen
Ach Wilhelm rief ich mehr vermocht ich nicht

Es sanken alle meine Kräfte nieder
Ich war des Lebens mir nicht mehr bewußt
Und wie vom Traum erwacht ich endlich wieder
In Wilhelms Arm den Kopf an seiner Brust

O Wilhelm rief ich laß die Hoffnung fahren
Fort fort dich lieben darf ich nicht fortan
O hilf die Pflicht der Treue mir bewahren
Dich glaubt ich tod und Robert ist mein Mann

Der Arme stand und konnte sich nicht fassen
So laß mich, weint er, laß mich denn vergehn
Ich muß ich will auf ewig dich verlassen
Leb wohl, Er ging und ward nicht mehr gesehn

Text: 1804 von Christoph August Tiedge nach dem Gedicht „Auld Robin Fray“, das Anne Lindsay  1772 im Alter von 22 Jahren schrieb.


Liederthema: Liebeskummer | Lieder von Arm und Reich
Geschichte dieses Liedes:
Liederzeit: (1804)
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Letzte Aktualisierung am 4.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API