Ich lebte sonst so froh und frei

Die trauernde Braut

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Ich lebte sonst so froh und frei

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Ich lebte sonst so froh und frei
wußte nichts von Sorgen
denn Scherz und Lieb war immer neu
bei jedem neuen Morgen.

Ich sang und sprang, so freuten sich
Die Lämmerchen auf der Wiese
Im ganzen Dorf da nannt man mich
Die kleine muntre Liese.

Denn ach mein Wilhelm war mir gut.
Ich kann es nicht verschweigen
Er war das allerbeste Blut,
Er nannte mich sein Eigen.

Die Mädchen alle sahn auf ihn.
Die schlanke Dörthe dachte
Ihn schalkhaft in ihr Netz zu ziehn
Mein Wilhelm floh und lachte

Mienchen, sprach er, du bist mein
Und dein ist mein vor allen
Mein Herz, das soll ja dein nur sein
Sonst tut’s mir keine gefalln

Da freut ich mich so inniglich
Schon zählt ich Tag und Stunden
Die Myrrhe, die sproß schon so früh
Zu meinem Hochzeitstanze
Die Füße wollten nicht mehr stehn
Sie schwebten schon zum Tanze.

Hier steh ich, Gott, als diese Braut
Verlassen nun und weine
Ist doch mein Wilhelm auch schon tot
Hier unter diesem Steine.

Der Leichenstein steht trauernd da
Ich knie hier vor ihm nieder
Ich reich ihm meine Hände dar
Reicht‘ er mir seine wieder!

Drum endlich, wenn es Gott gefällt
Und mir mein Wunsch gelinget:
Dann nimmt er mich aus dieser Welt
Zu meinem Wilhelm hinne

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 736 „Die trauernde Braut“)
Aus Rönnebeck bei Gransee 1854

Liederthema: ,
Liederzeit: (1854)


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