O Wanderglück o Wanderlust

O Wanderglück, o Wanderlust dein will ich nun geniessen! Ich hab mein Lebtag nicht gewusst wie froh die Bächlein fliessen dahin zur Meeresflut nach Nord und Süd und Ost und West: das Wandern ist das Allerbest für ein jung frisches Blut Jungvögelein so froh sich wiegt wenn es zum ersten Male aus seinem engen Neste fliegt zum lichten Sonnenstrahle; es

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Es saßen sechs Studenten zu Frankfurt an dem Main (1854)

Es saßen sechs Studenten zu Frankfurt an dem Main wohl mit gebundnen Händen saßen sie allein Sie saßen dort gefangen wohl sechs Wochen lang weil sie von Freiheit sangen durch die Stadt entlang Und der Kerkermeister spricht sich täglich aus “Mir, Herr Bürgermeister Mir rückt keiner aus!” Jedoch sie sind verschwunden aus dem Gefangnenturm des Nachts die zwölfte Stunde wohl

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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Im schwarzen Walfisch zu Ascalon da trank ein Mann drei Tag bis daß er steif wie ein Besenstiel am Marmortische lag Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Wirt: “Halt an! der trinkt von meinem Dattelsaft mehr als er zahlen kann.” Im schwarzen Walfisch zu Askalon da bracht’ der Kellner Schar, in Keilschrift auf sechs Ziegelstein dem Gast die

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Jetzt weicht jetzt flieht (Das Lied vom Enderle von Ketsch)

Jetzt weicht, jetzt flieht! mit Zittern und Zähnegefletsch jetzt weicht, jetzt flieht! wir singen das Lied vom Enderle von Ketsch Ott’ Heinrich, der Pfalzgraf bei Rheine der sprach eines Morgens: “Rem blemm! Ich pfeif auf die sauren Weine ich geh’ nach Jerusalem.” “Viel schöner und lilienweisser schaun dort die Jungfrauen drein: O Kanzler, o Mückenhauser fünftausend Dukaten pack ein!” Und

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Ich weiß eine friedliche Stelle im schweigenden Ozean (Guano)

Ich weiss eine friedliche Stelle im schweigenden Ozean, krystallhell schäumt die Welle zum Felsengestade hinan. Im Hafen erschaust du kein Segel keines Menschen Fusstritt am Strand; vieltausend Vögel hüten das einsame Land Sie sitzen in frommer Beschauung kein einz’ger versäumt seine Pflicht, gesegnet ist ihre Verdauung und flüssig als wie ein Gedicht. Die Vögel sind all’ Philosophen ihr oberster Grundsatz

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Bin a stinknothigs Sumperga-Bäual

Bin a stinknothigs Sumperga-Bäual Woaß oft nid, wo aus und wo ei´ As macht mö das Ding halt zu tracht´n Da Toifi mecht hiaz  Baua sei´! Gibt allweil dö schlechtöst´n Zeitn, Wia mecht´s denn aft oana daleid´n? Wiascht allweil no greßa dö Schuld, As mecht oan vagöh dö Geduld. tracht´n = betrachten hiaz = jetzt oana daleid´n = dann einer aushalten

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