Bremer Stadtmusikanten

Küchenlieder

An einem Fluß der rauschend schoß (Das Waisenkind)

An einem Fluß, der rauschend schoß ein armes Mädchen saß. Aus ihren blauen Äuglein floß Manch Tränchen in das Gras. Sie wand aus Blumen einen Strauß Und warf ihn in den Strom. Ach, guter Vater, rief sie aus, Ach. lieber Bruder, komm! Ein reicher Herr gegangen kam Und sah des Mädchens Schmerz, Sah ihre Tränen, […]

Küchenlieder | 1781


Die arme Mutter und sechs Kinder

Die arme Mutter und sechs Kinder In ganzen Haus kein Stückchen Brot Es ist so recht ein strenger Winter Der Vater, der ist lang schon tot Das eine Kind schreit, weil es friert Eins hälts vor Hunger nicht mehr aus Das dritte schreit nach seinem Vater Sie müssen aus der Wohnung raus Das sind Gefühle, […]

Küchenlieder | Lieder von Arm und Reich | | 1900


Eduard und Kunigunde

Eduard und Kunigunde liebten treu und zärtlich sich Sehnlich harrten sie der Stunde Wo das Licht der Sonne wich O dann blüthen ihre Freuden Durch der Liebe Wonn´ Genuß und kein herber Kelch der Leiden Mengte sich in ihren Kuß Doch der Drang nach Reichtum stürzte Nur zu bald dies große Glück Das was ihre […]

Küchenlieder | Liebeskummer | Lieder von Arm und Reich | 1820


Ein verrückter Schwerenöter (Lindemann)

Ein verrückter Schwerenöter ist mein Freund der Lindemann weil der Mensch, das leid´ge Küssen absolut nicht lassen kann Sieht er nur ein hübsches Mädchen gleich ist er dahinter her drückt ihr auf ein Dutzend Küsse wenn nicht etwa gar noch mehr Ganz egal, wo er sie findet ob sie groß ist oder klein Ach was […]

Küchenlieder | Liebeslieder | Scherzlieder | 1900


Es ging ein Gärtner-Mädchen

Es ging ein Gärtner-Mädchen Tief sinnend und allein; Sie sprengte unverdrossen Ihr Blumenbeet, doch flossen Auch helle Thränen drein. Verlaßner Wilhelm, seufzte Sie ihrem Liebsten nach, O könnt‘ ich, wie im Garten Der Blumen, deiner warten, Du Herzens Wilhelm, ach! Am kriegerischen Rheine Verwelkest du vielleicht, Und wimmerst um Erbarmen, Indeß kein Mensch dir Armen […]

Küchenlieder | | 1841


Es wollt ein Mann in seine Heimat reisen

Es wollt ein Mann in seine Heimat reisen, nach Weib und Kind sehnt er sich sehr. Er aber mußte einen Wald durchstreifen, da trat plötzlich ein Räuber vor ihn her Gib her dein Geld, dein Leben ist verloren! Er setzte ihm den Dolch auf seine Brust Gib her dein Geld, sonst muß ich dich durchbohren, Ich […]

Küchenlieder | 1936


In Myrtills verfallner Hütte

In Myrtills verfallner Hütte schimmerte die Lampe noch als in seiner Laufbahn Mitte düster sich der Mond verkroch Walter, irrend in dem Haine sieht das Licht und folgt dem Scheine zu dem väterlichen Dach mit gepreßtem Herzen nach Stille, wie im Totengarten Stille ward es in dem Haus Walter klopft, muß lange warten Niemand kommt […]

Gedichte | Küchenlieder | 1793


Lenchen ging im Wald spazieren (Traurig aber wahr)

Lenchen ging im Wald spazieren Und sie war allein Doch da stellt sich zum Verführen Gleich ein Jüngling ein. Unter eine grüne Eiche Hat er sie gebracht. Sie war bleich wie eine Leiche Als es war vollbracht. Ja, ja, ja, ach ja, S´ist traurig aber wahr. Nein, nein, nein, ach nein, Von einem Mal kann […]

Küchenlieder | Moritaten | 1900


Mariechen saß am Rocken

Mariechen saß am Rocken Im Grase, da schlummert ihr Kind; Durch ihre schwarzen Locken Weht kühl der Abendwind Sie saß so sinnend , so traurig, So ernst und geisterbleich; Dunkle Wolken zogen schaurig, Und Wellen schlug der Teich. Der Reiher kreist über dem Rohre, Die Möwe streicht wild umher, Der Staub fegt wirbelnd am Wege, […]

Gedichte | Küchenlieder | 1832


Müde kehrt ein Wandersmann zurück

Müde kehrt ein Wandersmann zurück Nach der Heimat seiner Liebe Glück. Doch bevor er tritt in Liebchens Haus, Kauft er für sie den schönsten Blumenstrauß. Und die Gärtnerin so hold und bleich, Zeiget ihm ihr ganzes Blumenreich. Doch bei jeder Rose, die sie bricht, Rollt eine Träne ihr vom Angesicht. Warum weinst du, holde Gärtnersfrau? […]

Küchenlieder | Liebeslieder | 1857


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Küchenlieder: Anders als Moritaten nicht für den öffentlichen Vortrag gemacht sondern oft von Dienstmädchen oder Köchinnen bei der Hausarbeit gesungen.  Lieder der bürgerlichen Salonmusik, meist von zweit- oder drittrangigen Verfassern im romantisierenden Volkston geschrieben. Sentimental, kitschig, nicht selten von Mädchen bzw. Frauen, von betrogener Liebe und unerfüllten Sehnsüchten handelnd. Vorläufer des deutschen Schlagers.