Nicht weit von hier in einem tiefen Tale (Räuberbraut III)

Nicht weit von hier in einem tiefen Tale (Räuberbraut III)

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Nicht weit von hier in einem tiefen Tale
da stand ein Mädchen an einem Wasserfalle.
Sie war so schön, so schön wie Milch und Blut,
von Herzen war sie einem Räuber gut.

Du armes Mädchen dauerst meiner Seele
weil ich als Räuber wohn´ in einer Höhle.
Ich kann fürwahr nicht länger bei dir sein
ich muß jetzt fort in diesen Wald hinein

Nimm diesen Ring, und sollte man dich fragen,
so sag ein Räuber habe ihn getragen.
Der dich geliebt, geliebt bei Tag und Nacht,
und der so viele Menschen umgebracht.

Geh du nur hin auf eine grüne Wiese,
Wo viele andre junge Männer sind.
Vielleicht kannst du mit einem glücklich sein,
Ich aber muß in’n finstern Wald hinein.

Und wenn ich endlich, endlich komm zum Sterben,
so sollst du alles, ja alles von mir erben.
Ich setze in mein Testament dich ein,
nur du allein sollst meine Erbin sein.

Im dunklen Walde sah man Schwerter blitzen
und sah den Räuber tot vom Pferde stürzen.
Sie gruben unter einer Eich´ sein Grab
und senkten ihn und auch sein Pferd hinab.

aus dem 19. Jahrhundert
in: — Wie´s klingt und singt (1936) —

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1936)
Schlagwort: |


Anmerkungen zu "Nicht weit von hier in einem tiefen Tale (Räuberbraut III)"

Textabweichungen:

1.1: An einem Bach in einem tiefen Tale
1.2. da saß
2.3 Bei dir allein kann ich nicht glücklich sein
2.1-4: Du armes Mädchen dauerst meiner Seele
weil ich als Räuber wohn´ in einer Höhle.
Wo wir dereinst so glücklich wollten sein,
Jedoch es muß, es muß geschieden sein
3.4:  so manches Mädchen

Anderer Schluß ab „Geh du nur hin auf eine grüne Wiese“ in Der Pott (1942)

Nun schau dich um in dieser großen Welt
ob dir dort nicht ein andrer Mann gefällt
Vielleicht kannst du mit einem glücklich sein
ich aber stürz mich in den Kampf hinein

Da sieht man schon die Räuberschwerter blitzen
den Räuberhauptmann auf dem Pferde sitzen
Tief in die Brust dringt ihm dann ein Geschoß
tot stürzt er ab von seinem treuen Roß

Die Räuber tragen ihres Hauptmanns Leiche
zum kühlen Grabe unter eine Eiche
Noch ein Gebet im Silbermondenschein
eine Hand voll Erde und man senkt ihn ein