Bremer Stadtmusikanten

Wenn der Schäfer scheren will

Wenn der Schäfer scheren will
Legt er sich hinter die Hecke
Pflückt dem Schaf die Woll heraus
Steckt sie in die Säcke

Dann fängt er an zu singen
Zu tanzen und zu springen
Spielt auf seinem Dudeldu
Lieber Bruder bring mirs zu

Abram ist gestorben
Wo liegt er denn begraben
Zu Ierusalem
lemmelemmelem usw

Solche Brüder müßen wir haben
Die versaufen Mantel und Kragen
Strümpf und Schuh
Laufen dem Teufel barfuß zu

Text und Musik: Verfasser unbekannt – wurde vor 1800 gesungen auf eine vereinfachte Fassung von „Morgen muß ich fort von hier
in: Die deutschen Volksbücher Gesammelt und in ihrer ursprünglichen Echtheit wiederhergestellt von Karl Simrock, achter Band , 1851

In des Knaben Wunderhorn vermutlich von Brentano umgedicht als „Der vortreffliche Stallbruder“:

Wenn der Schäfer scheren will
Stellt er sich hinter die Hecke
Schert dem Schaaf die Wolle ab
Steckt sie in die Säcke

Fängt zu tanzen an zu singen
Bläst auf seinem Dudeldu
Lieber Bruder dir ichs bringe
Lieber Bruder trink dir’s zu

Was ich trag auf Händen mein
Ist ein Gläßlein kühlen Wein
Flög doch ein Vöglein übern Rhein
Brächt’s dem lieben Stallbruder mein

Stallbruder mein du bist wohl werth
Daß man dich auf m Altar verehrt
Hast ein Paar Wängelein
Wie ein Rubin

Augen wie Schwarzenstein
Zähne wie Elfenbein
Bist gar ein kluger Kerl
Wie ich es bin

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Liederthema: Schäferlieder | Trinklieder | Vagabundenlieder
Liederzeit: (1850)
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