Wenn der Schäfer scheren will

Wenn der Schäfer scheren will

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Wenn der Schäfer scheren will
Legt er sich hinter die Hecke
Pflückt dem Schaf die Woll heraus
Steckt sie in die Säcke

Dann fängt er an zu singen
Zu tanzen und zu springen
Spielt auf seinem Dudeldu
Lieber Bruder bring mirs zu

Abram ist gestorben
Wo liegt er denn begraben
Zu Ierusalem
lemmelemmelem usw

Solche Brüder müßen wir haben
Die versaufen Mantel und Kragen
Strümpf und Schuh
Laufen dem Teufel barfuß zu

Text und Musik: Verfasser unbekannt – wurde vor 1800 gesungen auf eine vereinfachte Fassung von „Morgen muß ich fort von hier“ – bei Erk I, 5, 21 „aus dem Halberstädtischen“ — in: Die deutschen Volksbücher Gesammelt und in ihrer ursprünglichen Echtheit wiederhergestellt von Karl Simrock, achter Band , 1851
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1488 „Schäferleben“)

Das ist ein Trinkreim, der mit einem Zusatze auch im Wunderhorn 1, 129 steht, wozu Goethe sagt: „Unsinn, aber wohl dem, der ihn behaglich singen kann.“ —  Der zum Trinkscherze benutzte Reim ist aber einem Schäferliede entnommen, das schon im Bergliederbüchlein 1740e S. 176 steht und beginnt: „Ist wol kein besser Leben zc.“ (12 Str.) Dort finden sich unter garstigen auch folgende langweilige Strophen:

Wenn der Schäfer scheren will, treibt er die Schaf in die Hecke
Schneidet ihn die Wolle ab, steckt sie in die Säcke
Wenn der Schäfer melken will, melkt er in der Mitte
Wenn das Schaf nichts geben will, so nimmt er das Dritte
Wenn der Schäfer stricken will, strickt er lange Strümpfe
Wenn er den Schafen die Woll abnimmt, wirft er sie rum geschwinde.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: , ,
Liederzeit: (1840)

Region: ,


Anmerkungen zu "Wenn der Schäfer scheren will"

1.2. auch:  Treibt er die Schaf in die Hecke

In des Knaben Wunderhorn vermutlich von Brentano umgedicht als „Der vortreffliche Stallbruder“:

Wenn der Schäfer scheren will
Stellt er sich hinter die Hecke
Schert dem Schaaf die Wolle ab
Steckt sie in die Säcke

Fängt zu tanzen an zu singen
Bläst auf seinem Dudeldu
Lieber Bruder dir ichs bringe
Lieber Bruder trink dir’s zu

Was ich trag auf Händen mein
Ist ein Gläßlein kühlen Wein
Flög doch ein Vöglein übern Rhein
Brächt’s dem lieben Stallbruder mein

Stallbruder mein du bist wohl werth
Daß man dich auf m Altar verehrt
Hast ein Paar Wängelein
Wie ein Rubin

Augen wie Schwarzenstein
Zähne wie Elfenbein
Bist gar ein kluger Kerl
Wie ich es bin