Salis-Seewis (Johann Gaudenz Freiherr von)


Arbeitsam und wacker (Pflügerlied)

Arbeitsam und wacker, Pflügen wir den Acker, Singend auf und ab. Sorgsam trennen wollen Wir die lockern Schollen, Unsrer Saaten Grab. Auf- und abwärts ziehend Furchen wir, stets fliehend, Das erreichte Ziel. Wühl‘, o Pflugschar, wühle! Außen drückt die Schwüle, Tief im Grund ist’s kühl. Neigt den Blick zur Erde, Lieb und heimlich werde Uns ihr dunkler Schoß; Hier ist

Bauernlieder | Liederzeit: | 1830


Bunt sind schon die Wälder

Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind. Wie die volle Traube an dem Rebenlaube purpurfarbig strahlt ! Am Geländer reifen Pfirsiche mit Streifen rot und weiß bemalt. Dort im grünen Baume hängt die blaue Pflaume am gebognen Ast gelbe Birnen winken daß die Zweige sinken

Herbstlieder | Liederzeit: | 1782


Das Grab ist tief und stille

Das Grab ist tief und stille Und schauderhaft sein Rand Es deckt mit schwarzer Hülle Ein unbekanntes Land Das Lied der Nachtigallen Tönt nicht in seinem Schoß; Der Freundschaft Rosen fallen Nur auf des Hügels Moos. Verlaßne Bräute ringen Umsonst die Hände wund; Der Waise Klage dringen Nicht in der Tiefe Grund. Doch, sonst an keinem Orte Wohnt die ersehnte

Lieder vom Tod | Trauerlieder | Liederzeit: | 1783


Ins stille Land

Ins stille Land! Wer leitet uns hinüber? Schon wölkt sich uns der Abendhimmel trüber Und immer trümmervoller wird der Strand Wer leitet uns mit sanfter Hand Hinüber! Ach! hinüber Ins stille Land? Ins stille Land! Zu euch, ihr freien Räume Für die Veredlung! zarte Morgenträume Der schönen Seelen! künftgen Daseins Pfand Wer treu des Lebens Kampf bestand Trägt seiner Hoffnung

Trauerlieder | Liederzeit: | 1805


Traute Heimat meiner Lieben

Traute Heimat meiner Lieben Sinn ich still an dich zurück Wird mir wohl: Und dennoch trüben Sehnsuchtstränen meinen Blick Stiller Weiler, grün umfangen von beschirmendem Gesträuch Kleine Hütte, voll Verlangen denk ich immer noch an euch An die Fenster, die mit Reben einst mein Vater selbst umzog An den Birnbaum, der daneben auf das niedre Dach sich bog An die

Heimatlieder | Liederzeit: | , , | 1834


Traute Heimat meiner Lieben (1788)

Traute Heimat meiner Lieben Sinn ich still an dich zurück Wird mir wohl: Und dennoch trüben Sehnsuchtstränen meinen Blick Stiller Weiler, kleine Hütte immer seufz ich nach euch hin deine alte fromme Sitte bleibt stets in meinem Sinn Deine Fenster, die mit Reben einst mein Vater selbst umzog und der Birnbaum, der daneben über unser Dach sich bog Nachts in meinen schönsten Träumen schiff

Heimatlieder | Liederzeit: | , , | 1788


Unsre Wiesen grünen wieder

Unsre Wiesen grünen wieder Blumen duften überall Fröhlich tönen Finkenlieder Zärtlich schlägt die Nachtigall Hell im Glanz der Sonne strahlet goldgefärbt der Wolkensaum und der holde Frühling mahlet rot und weiß den Apfelbaum Alles rund umher verkündet unsers Schöpfers Freundlichkeit was da lebet und empfindet freut sich dieser Wonnezeit welch ein neues reges Streben herrscht im Wald und auf der

Frühlingslieder | Geistliche Lieder | Liederzeit: | , | 2009


Unsre Wiesen grünen wieder (Im Frühling)

Unsre Wiesen grünen wieder Blumen duften überall laut ertönen Finkenlieder lieblich schlägt die Nachtigall Hell  wie Gold und Purpur strahlet Lichter Maienwölkchensaum und der holde Frühling malet weiß und rot den Apfelbaum Veilchen, eben aufgegangen hüllet er in dunkles Laub läßt Aurikeln farbig prangen pudert sie mit Silberstaub Sieh! Das Maienglöckchen blicket aus dem breiten Blatt hervor und die Gartenbeete

Frühlingslieder | Gedichte | | , | 2012


Wann o Schicksal wann wird endlich

Wann, o Schicksal, wann wird endlich mir mein letzter Wunsch gewährt Nur ein Hüttchen, still und ländlich Nur ein kleiner, eigner Herd Und ein Freund, bewährt und weise Freiheit, Heiterkeit und Ruh Ach und Sie! das seuf ich leise Zur Gefährtin Sie dazu Wenn ich noch ein Gärtchen hätte Bauten wir  mit eigner Hand Statt geschorener Boskette Und der Hagebuchenwand

Heimatlieder | Liederzeit: | , | 1834


Wenn der Abend kühl und labend

Wenn der Abend Kühl und labend Sich auf unsre Täler senkt Wenn die Wolken röter werden Und der Hirte seine Herden Am beschilften Teiche tränkt Wenn der Hase Schon im Grase Nascht und im betauten Kraut Wenn der Hirsch aus dem Gehege Wandelt und das Reh am Wege Steht and traulich sich umschaut Wenn mit Blüten Auf den Hüten Sens

Abendlieder | Liederzeit: | 1786