Bremer Stadtmusikanten

Herbei herbei du deutsche Burschenschaft

Herbei, herbei, du deutsche Burschenschaft!
herbei am vaterländschen Freudentage!
Es tönt das Lied von deutscher Männerkraft
es lauscht das Ohr der neuen Heldensage.
Der Geist, gedenkend jener Herrlichkeit
des deutschen Volkes sinnet hin und wieder
und freier schwebt und deutscher schwebt und licht hernieder
der hehre Geist der neu erwachten Zeit.

Zurück, zurück! Wo weilt der trübe Blick?
Schwer lag’s und dunkel auf der deutschen Erde
der Ahnen Kraft dahin, der Ahnen Glück!
Wer rief der Freiheit, daß sie wiederkehrte?
Auf, Brüder, preist die blutge Völkerschlacht
preist unsern Gott, der Sklavenbande Brecher
und Deutschlands Männer, Deutschlands Schirmer, Deutschlands Rächer
preist, die zerstört des Feindes trotzge Macht!

Frisch auf! Frisch auf! Es schäumet der Pokal!
Rings schaut die Sonn auf diese grünen Matten;
hoch wölbt der blaue Äther sich zum Saal
auf, lagert hier in duftger Linden Schatten!
So sollst du wie in Lüften hoch und kühn
die Wolken dort, die raschen Wandrer, streben
du deutsches Volk und deutsche Kraft und deutsches Leben
aus schöner Zeit dem Geist vorüberziehn!

Es sei, es sei! Du deutsches Vaterland
dir schwören wir den hohen Schwur der Treue!
Gilt’s deine Ehre, greift zum Schwert die Hand
gilt’s deine Freiheit, sterben wir als Freie!
Schwingt, Brüder, schwingt die Schläger in die Luft,
fern tönen soll’s durchs Tal und tönen wieder
das Siegelied, der Freiheit Lied, das Lied der Lieder
das uns zur heilgen Festesweihe ruft!

Text: E. A. Mebold. 1821. Tübingen    (zur Feier des 18. Juni, Jahrestag der Schlacht bei Schömborn)
Musik: auf die Melodie von Hinaus hinaus Es ruft das Vaterland (von 1813)

in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1858, 1914) — Deutscher Sang (1903 „Herbei du deutsche Turnerschaft“)

Mebold schrieb ein Jahr später „Herbei du trauter Sängerkreis“. Er besingt ein kraft- und glückloses Volk und die  verlorene Ehre der Ahnen – und aus einzelnen, kämpfenden Männern wird eine Völkerschlacht. 100 Jahre später wird dieser Geist erneut beschworen und führt zum Massensterben im Ersten Weltkrieg.

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Liederthema: Deutschlandlieder | Studentenlieder
Liederzeit: , (1821)
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