Bremer Stadtmusikanten

Bet und Arbeit ruft die Welt

Bet und arbeit! ruft die Welt
Bete kurz! denn Zeit ist Geld
An die Türe pocht die Not –
Bete kurz! denn Zeit ist Brot

Und du ackerst, und du säst,
Und du nietest, und du nähst,
Und du hämmerst, und du spinnst –
Sag, o Volk, was du gewinnst!

Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht
Schürfst im Erz- und Kohlenschacht,
Füllst des Überflusses Horn,
Füllst es hoch mit Wein und Korn.

Doch wo ist  d e i n  Mahl bereit?
Doch wo ist  d e i n  Feierkleid?
Doch wo ist  d e i n  warmer Herd?
Doch wo ist  d e i n  scharfes Schwert?

Alles ist dein Werk! o sprich,
Alles, aber nichts für dich!
Und von allem nur allein,
Die du schmiedst, die Kette, dein?

Kette, die den Leib umstrickt,
Die dem Geist die Flügel knickt,
Die am Fuß des Kindes schon
Klirrt – o Volk, das ist dein Lohn.

Was ihr hebt ans Sonnenlicht,
Schätze sind es für den Wicht;
Was ihr webt, es ist der Fluch
Für euch selbst – ins bunte Tuch.

Was ihr baut, kein schützend Dach
Hat’s für euch und kein Gemach;
Was ihr kleidet und beschuht,
Tritt auf euch voll Übermut.

Menschenbienen, die Natur,
Gab sie euch den Honig nur?
Seht die Drohnen um euch her!
Habt ihr keinen Stachel mehr?

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will.

Deiner Dränger Schar erblaßt,
Wenn du, müde deiner Last,
In die Ecke lehnst den Pflug,
Wenn du rufst: Es ist genug!

Brecht das Doppeljoch entzwei!
Brecht die Not der Sklaverei!
Brecht die Sklaverei der Not!
Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!

Text: Georg Herwegh – 1863
Musik: Peter Heinz – laut Freiheitsklänge (1909) wurde das Lied auch auf die Melodie von Schleswig-Holstein Meerumschlungen gesungen

u.a. in: Neuestes Proletarier-Lieder-Buch (1873) —  Der freie Turner (1913) — Arbeiter-Liederbuch (o.J.) — Kampfgesang (1921) — Mit Lenin. 50 Kampflieder (1928/29) — Das Arbeiterlied (1980)  — Und weil der Mensch ein Mensch ist (1986) —  Arbeiterlieder 1844 bis 1945 (1993) —

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Liederthema: Arbeiterlieder
Liederzeit: , (1863)
Schlagwort: | |
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Georg Herwegh – Lieder eines Lebendingen – – das achte Album der Grenzgänger. Wunderschöne zeitlose Arrangements mit Cello, Akkordeon, zwei Gitarren