Als ich an einem Sommertag

Als ich an einem Sommertag, valleri dumda!
im grünen Wald im Schatten lag, valleri dumda!
sah ich von fern ein Mädchen stehn
die war ganz unbeschreiblich schön.
Valleri, valleri dumdari, Valleri, valleri, valleri dumda!

Und als das Mädchen mich erblickt
nahm sie die Flucht in Wald zurück
Ich aber eilte auf sie zu
und sprach: „Mein Kind, was fliehest du?“

Sie sprach: „Mein Herr, ich kenn euch nicht
Ich scheu ein Mannsbild von Gesicht
denn meine Mutter sagte mir
ein Mannsbild sei ein wildes Tier.“

„Mein Kind, glaub das der Mutter nicht!
Lieb nur ein schönes Angesicht
denn weil sie ist ein altes Weib
drum hasset sie uns junge Leut.“

Mein Herr, wenn das die Wahrheit ist.
so glaub ich meiner Mutter nicht.
So setz‘ er sich, mein schöner Herr,
zu mir auf’s Gras ein wenig her!

Ich setzte mich an ihre Seit
da war sie voller Zärtlichkeit
Ich drückte sie an Mund und Brust
da war sie voller Herzenslust.
(Ich drückte sie an meinen Mund
da war geschlossen unser Bund)

Text und Musik: Verfasser unbekannt – etwa seit 1813
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 517 „Waldabenteuer“ mit drei Melodie-Lesarten“)

vielfach gesungenes Männerlied, besonders unter Soldaten verbreitet, wie die hinzugefügten Liedteile mit „Hurrah Hurrah“ und ähnlichem beweisen, offensichtlich marschtaugliches „Liedgut“.
vergleiche auch Ich ging allein auf grüner Flur

Zweite Melodie zu "Als ich an einem Sommertag"

Zweite Melodie zu Als ich an einem Sommertag
aus Franken vor 1820

Dritte Melodie zu "Als ich an einem Sommertag"

Dritte Melodie zu Als ich an einem Sommertag

Vierte Melodie zu "Als ich an einem Sommertag"

Vierte Melodie zu Als ich an einem Sommertag
aus Schleswig-Holstein (1892) und dem Nassauischen (1880)

Anmerkungen zu "Als ich an einem Sommertag"

Text hier mündlich aus Thüringen, um 1840. Ziemlich gleich Erk II. 21, 39. — Walter, 1841. S. 32. — Meier Nr. 128. — Abweichend Hoffmann Nr. 131. — Müller S. 108. — Kr. II, S. 258. —  Pape, Liederbuch d. Soldaten. 1883, S. 108 und andere Drucke.

„Dieser Text mit seinen verschiedenen Weisen war jederzeit ein gern gesungenes „Marschlied der Soldaten“ im Manöver und beim Ausrücken zum Exerzieren. Es wurde auch nach der Melodie „Ich Hab ein kleines Hüttchen nur“ — und sogar nach der zum Marschliede der Preußen 1813: „Mit frohem Mut und heiterm Sinn“ gesungen (s. Erk I, 2. 64).“ (Böhme im Liederhort II)

Mit anderem lustigen Kehrreim vom Hess, Inf. Regiment in Kassel gesungen, (Lewalter, Vollst, in Niederhessen I, 21): Als ich an einem Sommertag  hinter Metz bei Paris in Chalons /  Im Auen Wald im Schatten lag hinter Metz bei Paris in Chalons / Wo die deutschen Büchsen knallen und die roten Hosen fallen / Hinter Metz, bei Paris in Chalons …

andere, zusätzliche Schlußstrophe:

Da kann man sehn, wie Mädchen sein
Sie geben sich geduldig drein!
Und stellt man sich ein wenig dumm
so fallen sie von selber um

In einer Leipziger Fassung von 1910 mit einer weiteren Strophe am Schluß:

Drum ihr Mädchen, nehmt euch in Acht,
Daß man euch nicht zum Tambour macht
So hängt man euch die Trommeln an
Und ihr bekommt sonst keinen Mann

in Erotische Volkslieder aus Deutschland (1910)

Ebenfalls mit einer Warnung endet diese Fassung:

Als ich an einem Sommertag / im Walde drauß im Schatten lag
Sah ich von fern ein Mädel stehn / das war so jung und wunderschön
Und als das Mädel mich erblickt / da war’s vor Angst gleich ausgerückt
Ach liebes Mädchen, bleib doch hier / ein Mannsbild ist kein wildes Tier

Doch warnte mich mein Mütterlein / laß dich mit keinem Manne ein
Es dauert kaum ein halbes Jahr / da kam ein Sohn mit rotem Haar
Ihr lieben Mädchen, laufet fort / und höret auf der Mutter Wort

Während des ersten Weltkrieges sangen die Soldaten:

Als ich an einem Sommertag
hurra, hurra, hurra,
Im grünen Wald im Schatten lag
hurra, hurra, hurra
Sah ich von fern ein Mädel stehn
die war so auserlesen schön !
Und sie lässt mir nicht
und sie lässt mir nicht
und sie lässt mir keine Ruh
Und sie will´s ja nicht
und sie tut´s ja nicht
und sie lässt mir keine Ruh ja nicht
und sie lässt mir keine Ruh

Als mich das Mädel kaum erblickt
hurra, hurra, hurra,
nahm sie die Flucht und eilt zurück
hurra, hurra, hurra
Ich aber eilte auf sie zu und sprach:
Mein Kind, was weinest Du ?
Und sie lässt mir nicht
und sie lässt mir nicht
und sie lässt mir keine Ruh
Und sie will´s ja nicht
und sie tut´s ja nicht
und sie lässt mir keine Ruh ja nicht
und sie lässt mir keine Ruh!

Sexistisches Soldatenlied aus dem Ersten Weltkrieg
vgl. Sie lässt mir nicht

"Als ich an einem Sommertag" in diesen Liederbüchern

u. a. in: Die deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen (1843) –

.