Warum bist du denn so traurig

Volkslieder » Abschiedslieder

Warum bist du denn so traurig

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Warum bist du denn so traurig?
Bin ich aller Freuden voll!
Meinst, ich wollte dich verlassen?
du gefällst mir gar so wohl

Morgen will mein Lieb abreisen
Abschied nehmen mit Gewalt
Draußen singen schon die Vögel
In dem Walde mannigfalt

Saßen da zwei Turteltauben
Saßen wohl auf grünem Ast
Wo sich zwei Verliebte scheiden
Da wächst nicht mehr Laub und Gras

Laub und Gras das mag verwelken
Aber treue Liebe nicht
Kommst mir wohl aus meinen Augen
Doch aus meinem Herzen nicht

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Text erstmals 1807, Melodie 1823
Deutscher Liederhort II (1897, Nr. 782a)

Alternative 2. Strophe im Liederhort II (Erk’s Fassung „B“)

Eh ich dich, mein Kind will lassen
Muss der Himmel fallen ein
Und die Sternlein sich erblassen
Sonn und Mond verfinstert sein.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1807)


Zweite Melodie zu "Warum bist du denn so traurig"

Zweite Melodie zu
Süddeutsche Melodie - G. Scherer Volkslieder Nr. 27

Dritte Melodie zu "Warum bist du denn so traurig"

Dritte Melodie zu
Westfälische Lesart (1815-1820)

Anmerkungen zu "Warum bist du denn so traurig"

Böhme schreibt: „Eins der schönsten Volkslieder aus dem Anfange unseres Jahrhunderts“ (Des 19ten)

Unter der Nummer 782a gibt er obige Textfassung und dazu eine Variante B (Erk’s Fassung), die sich vor allem in der zweiten Strophe unterscheidet:

Eh ich dich, mein Kind will lassen
Muß der Himmel fallen ein
Und die Sternlein sich erblassen
Sonn und Mond verfinstert sein.

Varianten:

  • 1,1 Schatz, mein Schatz, warum so traurig?
  • 1 , 3 meinst ich könnte (wollte, sollte) dich verlassen
  • 1, 4 all zuwohl, gar zuwohl.
  • B. 2, 1 Eh ich dich mein Schatz
  • 2, 3 die Sonne ganz erbleichen.
  • 2, 4 und der Mond verlier’n den Schein.
  • B. 3, 1 Morgen muß ich von dir reisen
  • 3, 3 lustig singen schon die Vögel draußen in dem grünen Wald.
  • B 3, 1 Sitzen dort (einst) zwei Turteltauben.
  • 3, 2 oben auf dem dürren Ast.
  • 3, 4 da wächst weder Laub noch Gras.
  • 4, 4 aber nicht aus meinem Sinn.

Melodie Nr. 3 aus dem Paderbornschen bei Reifferscheid Nr, 41, Diese Lesart um 1815 — 182« von der Familie v. Harthausen aufgezeichnet. Die Melodie hier ist nur eine gute Variante der alten 1823 gedruckten ; sie bezeugt, dass  zu Anfang des 18. Jahrhunderts schon Text und Weise in Norddeutschland bekannt war. (Liederhort II Nr. 782b)

Die Anfangsstrophe in Westfalen stammt aus dem Lied „Morgen muss mein Schatz verreisen„, welches auf eine völlig andere Melodie vor allem von Soldaten gesungen wurde.

"Warum bist du denn so traurig" in diesen Liederbüchern

  1. Büsching und von der Hagen 1807. S. 25, Nr. 9 (ohne Melodie). Text bloß 4 Strophen. Anfang: „Warum bist du denn mein Kind so traurig?“ —  Textabdruck Erk II, 1, Nr. 39, mit Melodie aus dem Brandenburgischen.
  2. Teutsches Liederbuch für Hochschulen. Stuttgart 1823. S. 433 mit Melodie: Warum bist du denn so traurig? — Hat wieder nur 4 Strophen wie Büsching. Abdruck Erlach III. 476. — Kretzschmer I, Nr. 284. — Mittler 797. —  Vilmar 183 — Hase. Liederbuch des deutscen Volkes 1883, Nr. 554. —
  3. Erk, Liederhort Nr. 118 aus verschiedenen Gegenden, mit der alten, allbekannten Melodie von 1823. —
  4. Aus Franken: Ditfurth 2, S. 68
  5. Vom Thüringer Wald bei Schleicher Nr. 29: Schätzchen, warum bist du denn so traurig? —
  6. Aus Thüringen bei Schade. Weimarer Jahrbuch III, 305, Nr. 9. —
  7. Rhein. Märlein S. 96. —
  8. Aus Bonn: Simrock Nr. 315: Schätzlcin, warum bist du … Überschrift: Soldatenrecht.
  9. Vom Schwarzwald ; Maier. Volksl. 3. Heft, Nr 1.
  10. G. Scherer, Volkslieder. 1864. Nr. 27 mit süddeutscher Melodie. —
  11. Aus dem Elsaß: Mündel Nr. 51 mit vielen Zusätzen.
  12. Aus Westfalen: Reifferscheid 41
  13. Ein ganz abweichender Text von der Mosel: Erk, Liederhort 118a

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