Lieddichter: Goethe (Johann Wolfgang von)

Johann Wolfgang von Goethe – die Lieder im Volksliederarchiv

Johann Wolfgang Von Goethe

Wenn der Fischer s Netz answirft
Die Fischlein aufzufangen
Spannt er still und hoffnungsvoll
Viel Beute zu erlangen
Rasch wirft er das Garn hinaus
Kehrt betrübt und leer nach Haus

Fähret denn den andern Tag
Mit seinem Schifflein wieder
Und von schönem reichem Fang
Sinkt das Schiff fast nieder
und so fährt er oft hinaus
Kehrt […]

Arbeitslieder-Handwerkerlieder | 1827


Soll dich ein Wagen
mit zwei schönen Pferden tragen
Gleich ist’s getan
Willst du schöne bunte Kleider ?
Schnell Meister Schneider
meß er‘ m Kinde Kleider an
Haus und Garten ?
Hier ist Geld
Spiel und Karten? Wie’s gefällt
Süße Speisen
Weite Reisen
Dein dein ist die ganze Welt
Herzchen Liebes Herzensherzchen
Was begehrst du […]

Kinderreime | 1827


Liebe Kindlein
kauft ein
Hier ein Hündlein
hier ein Schwein
Trommel und Schlägel
ein Reitpferd ein Wägel
Kugel und Kegel
Kistchen und Pfeifer
Kutschen und Läufer
Husar und Schweizer
Nur ein Paar Kreuzer
ist Alles dein
Kindlein kauft ein

Aus Goethe ’s Jahrmarkt
in: Der Kinder Lustfeld (1827)

Kinderreime | 1827


Singe Vogel singe
Blühe Bäumchen blühe
Wir sind guter Dinge
sparen keine Mühe
spat und früh

„Wenn das Kind fleissig ist“ –  Nach einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe
in Der Kinder Lustfeld (1827)

Kinderreime | 1827


Unter allen Wipfeln ist Ruh
in allen Zweigen hörest du
keinen Laut
die Vöglein schlafen im Walde
warte nur, warte nur balde
schläfst du auch

Unter allen Monden ist Plag
und alle Jahr und alle Tag
Jammerlaut
Das Laub verwelket im Walde
warte nur balde welkest du auch

Unter allen Sternen ist Ruh
in allen Himmeln hörest […]

Trauerlieder | 1817


O gib, vom weichen Pfühle
Träumend, ein halb Gehör
Bei einem Saitenspiele
Schlafe! Was willst du mehr

Bei meinem Saitenspiele
Segnet der Sterne Heer
Die ewigen Gefühle;
Schlafe! Was willst du mehr?

Die ewigen Gefühle
Heben mich, hoch und hehr,
Aus irdischem Gewühle;
Schlafe! Was willst du mehr?

Vom irdischen Gewühle
Trennst du mich nur zu sehr,
Bannst […]

Schlaflieder | 1815


Alles kündet dich an
Erscheinet die herrliche Sonne
Folgst du, so hoff ich es, bald

Trittst du im Garten hervor
So bist du die Rose der Rosen
Lilie der Lilien zugleich

Wenn du zum Tanze dich regst
So regen sich alle Gestirne
Mit dir und um dich umher

Nacht! und so wär es denn Nacht!
Nun überscheinst du […]

Liebeslieder | 1813


Es ist ein Schuss gefallen,
Mein, sagt, wer schoß da draus?
Es war ein junger Jäger,
Der schoß im Hinterhaus.

Die Spatzen in dem Garten,
Die machen viel Verdruß,
Zwei Spatzen und ein Schneider,
Die fielen von dem Schuß.

Die Spatzen von den Schroten,
Der Schneider von dem Schreck;
Die Spatzen in die Schoten,
der Schneider in den […]

Jägerlieder | Schneiderlieder | 1810


Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun,
drum, Brüderchen, ergo bibamus!
Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn
beherziget: ergo bibamus!
Das heisst noch ein altes, ein tüchtiges Wort
es passet zum ersten und passet so fort
und schallet, ein Echo, vom festlichen Ort
ein herrliches: Ergo bibamus!

Ich hatte ein freundliches Liebchen gesehn
da dacht‘ […]

Trinklieder | 1810


Die Nachtigall, sie war entfernt
Der Frühling lockt sie wieder
Was Neues hat sie nicht gelernt
Singt alte liebe Lieder

Text: Johann Wolfgang von Goethe
Musik: Felix Mendelssohn-Bartholdy
u. a. in Hamburger Jugendlieder(1922)

Frühlingslieder | 1810