Es saß ein schneeweiß Vögelein (1850)

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Es saß ein schneeweiß Vögelein

Es saß ein schneeweiß Vögelein
auf einem Dornensträuchelein, din don deyne
auf einem Dornensträuchelein, din, don, don

Sag, willst du nicht mein Bote sein?
Ich bin ein zu klein Vögelein

Bist du auch klein, bist du doch schnell
Du weißt den Weg? Ich weiß ihn wohl

Es nahm den Brief in seinen Mund
Und flog mit über Waldesgrund

Es flog hin vor mein´s Süßliebs Tür
Schläfst oder wachst du, oder bist du tot

Ich schlafe noch, ich wache nicht
Ich bin getraut seit ein´ halb´ Jahr

Bist du getraut seit ein´m halb´ Jahr
Es däuchte mich wohl tausend Jahr

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Übersetzung eines Flämischen Liedes aus Nordfrankreich durch F. M. Böhme
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 412c)

Anmerkungen zu "Es saß ein schneeweiß Vögelein"

Flämisches Lied aus Nordfrankreich, bei E. de Coussemaker, Nr. 48. Die Melodie hatte an zwei Stellen g, wo ich gis gesetzt habe. — Das Lied soll eine Episode aus dem skandinavischen Gedichte »Gudrun“ sein, meint der Herausgeber in seiner Anmerkung. (Böhme)

Der flämische Text:

Daer was een sneewitt vogeltje
al op een stekend dornetje

Wilt gij niet mijnen bode zijn
ik ben te kleijn een vogelkijn

Zijt gij maar kleine, gij zijt snel
Gij weet den weg? Ik weet hem wel

Hij nam den brief in zijnen bek
En vloog er mee tot over ‚t hek

Hij vloog tot aan mijn zoet liefs deur
En slaapje of waakje, of zijt gij dood?

‚k En slape noch ‚k en wake niet
Ik ben getrouwd al een half jaar

Zijt gij getrouwd al een half jaar?
Het dochte mij wel duizend jaar

"Es saß ein schneeweiß Vögelein" in diesen Liederbüchern

u.a. in: — Deutsches Lautenlied (1914, nach einem Liederblatt aus Jugenheim – Vogel als Bote) —

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