Der Gnaden-Brunn tut fließen

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Der Gnaden-Brunn tut fließen
Den soll man trinken!
O Sünder, du soll büßen
Dir tut Gott winken
Mit seinen gütigen Augen
Und richt dir deinen Fuß
Wohl durch das Wort des Glaubens
Christus allein dir helfen muß

Dein Tun ist zwar zu nichten
zum ewigen leben ,
Auf Christum musst du dich richten
der wird dirs geben ,
Der hat versöhnet den Zoren
mit seinem teuren Blut,
wir waren alle verlorn ,
sein leiden ist dem Glaubigen gut

Du sollst dir selbst nicht trauen ,
zu tilgen deine Sünd ,
Auf Menschen Lehr nicht bauen ,
Vernunft erdicht viel Sünd ,
möcht er dich stürzen um ,
das Wort Gottes tut nicht schweigen
und macht viel manchen Sünder fromm

Mein Seel die tut sehr dürsten
nach Gottes Stimme,
Recht wie ein gejagten Hirschen
zum kühlen Brunne:
O Jesus , tu mich laben
mit deinem heilsamen Saft,
mein Seel wird mir verzagen ,
stärk mich mit deiner göttlichen Kraft !

Eine geistliche Umdichtung von „Die Brünnlein die da fliessen„: von Conz Löffel auf einem fliegenden Blatt um 1550 (bei Wk. III, 1292 „Das deutschen Kirchenlied“) . Mit Melodie, etwas geändert, bei Praetorius, Mus S. 1609, VII, Nr. 74. Spätere geistliche Texte: Der Gnadenbronn tut flüßen, WK. III, 1294 ff.

Liederthema:
Liederzeit: vor 1550 : Zeitraum:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: „Wenn alle Brünnlein fließen“: Vielfach mündlich und in unterschiedlichen Fassungen aus vielen Regionen. Mal fließen „Bäche“, mal fließen „Brunnen“. Bei Kretzschmer 1840 noch unter dem Titel „Geheime Liebe“ veröffentlicht und mit dem Anfang „Wenn alle Brunnen fließen“.  Silchers Bearbeitung von 1855  ist auch im Titel inspiriert durch diese Fassung und führt die „Geheime Liebe“ als „Heimliche Liebe“ weiter. Das ähnelt schon der heute immer noch gesungenen Melodie. Durch die Verbreitung in Kommersbüchern und über Männergesangsvereine wird Silchers Version nach und nach bekannter als die anderen Varianten von Text und... weiter lesen