Warum sollt ich nicht fröhlich sein (Lebensregeln)

Warum sollt ich nicht fröhlich sein (Lebensregeln)

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Warum sollt ich nicht fröhlich sein
und haben guten Mut?
Das Alles wollst du bleiben lan
was dir nit wohl ansteht
Brauch deine Sinn zu der Vernunft
dein Gmüth zu dem Verstand
und tu auch keinem Andern nicht
was du nicht haben willst

Spott Niemands nicht, ich rat dirs nicht
Es gefällt dir auch selbst nicht!
Du weißt nicht, von wem das Unglück
Das dir auch oft antrifft. kommt.
Man kennt den Vogl bei den Federn wohl
Den Wolf bei seinem Haar
Wenn du seinen Sinn, alles wohl weißt
Was darfst du weiter frag’n?

Was kann dir auch dann Schaden tun
Zu Zeiten ein kleines Wort
Mit Stillschweigen verantwort‘ man
Hab ich mein Tag gehort.
Redt man dir was in deiner Ehr
Schweig nit, das rat ich dir!
Und tu dich das verantworten
Wo dirs gebühren will!

Wirst du das Alles tun
Es wird dir wohl anstan
Wirst du die Alten in Ehren han
Es wird dir wohl ergan
Du kluger Rat bist wohlgemut
Veracht die Alten nit
Auf daß sie dich nit sahen tun
Zu Zeiten in deiner Red

Dies Lied sei dir gesungen
Herzlieb, zu guter Nacht
Und tu dich baß bedenken
Auf deine Red hab Acht!
Red nicht zu viel ohn alle Not
Das bitt ich fleißig dich
Heut befehl ich dem lieben Gott
Gedenk auch oft an mich!

Text im Ambraser Liederbuch. 1582 Nr. 251.
Melodie bei Werlin Handschrift um 1640. S. 2513.
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1801 „Lebensregeln“)

Liederthema:
Liederzeit: (1640)